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3 August
 
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Zukunfts-Chance Campingplatz?!

Machen wir einen Blick in die Zukunft – auf die Zeit nach Corona - in der Flugverbindungen in aller Herren Länder wieder am Alltag stehen, und die Konkurrenz wieder global wird. Wer einen anderen Kontinent bereisen will, den wird man nicht oder nur schwer halten können. Aber jener Großteil der Menschen, der eine Auszeit und Erholung in schöner Natur sucht, kann nahezu überall in Österreich für einen Campingurlaub gewonnen werden. Die aktuell rd. 600 Campingplätze in Österreich stellen noch keinen Verdrängungsmarkt dar.
 
Das Sehnsuchtsthema „Natur pur“ zieht nach wie vor, aber während dieses Naturerlebnis früher für eingefleischte Camper noch stärker passiv im Sinne von „leben am Campingplatz“ genossen wurde, so punkten nunmehr Anlagen in Destinationen, die gut im aktiven Freizeitsegment aufgestellt sind. Das Element Wasser ist nach wie vor ein wichtiges Basiselement im Sommerurlaub – wer nicht direkt an einem See liegt kann sich mit einem Badeteich Abhilfe schaffen. Zentral aber sind mittlerweile die boomenden Freizeitaktivitäten (Radfahren, Wandern & Co), aber auch ein Einkaufstag im Urlaub darf nicht fehlen. Die kleinen oder größeren Städte mit ihren Shops in der Innenstadt sind ebenso gefragt wie größere Einkaufszentren.

Innerhalb von Österreich liegt die Chance von Campingplätzen, den Urlaub in einer anderen Form (eben nicht im klassischen Hotel) zu genießen. Und genau diese andere Lebensweise auf Zeit prägt und bleibt in Erinnerung.
Im Vergleich zum Campingplatz punkteten Hotelbetriebe durch ihr fixes Dach über dem Kopf, volle Verpflegung und diverse Infrastruktur-Angebote im Haus.
Erstgenanntes „Manko“ übernehmen mittlerweile die Wohnmobile bzw. noch mehr die Mobilheime. Sie bieten das fixe Dach, eigene Sanitäranlagen und punkten zudem mit einer eigenen, großzügigen Terrasse.
Im Verpflegungsbereich hingegen trennt sich oftmals schon die Spreu vom Weizen – während manche Campingplätze einen eigenen, guten Gastronomiebetrieb am Platz betreiben oder den Vorteil haben, in der Nähe eines Tourismusortes zu sein, der (hoffentlich noch) über ein ausreichendes Gastronomieangebot verfügt, findet man mancherorts die Kulinarik in einfachen Verschlägen mit dem Charme von gestern.
Der Camper kocht bzw. isst gerne auch auf seinem eigenen Platz, ein guter Shop aber insbesondere ein attraktives, steigendes Angebot an Take-away-Angeboten wird zunehmend zu einem weiteren wichtigen Qualitätsfaktor der „neuen Camper“.
Nun ja, und dann wären da noch die Infrastrukturangebote im eigenen Haus. Hier gibt es, wie bei den Wellnesshotels, die Möglichkeit einer exklusiven Luxus-Nischenstrategie (wenngleich der Markt hierfür noch überschaubar ist  ein Wellnesshotel ist für viele dann doch das rundere Produkt für einen Wellnessurlaub). Im Bereich von Wasserparks kann Österreich im Vergleich zu den Angeboten in den Südländern nicht mithalten, und gibt es nur ein Becken, hat dies die Qualität der Hallenbäder in den Kellern der alten 3*-Hotels. Somit kann man mit einem breiten Animationsprogramm und Sport-/Fitnessangeboten am Platz und im Umfeld punkten. Viele Campingplatzbetreiber haben mit Yoga & Co ein Animationsprogramm das mittlerweile weit über ein klassisches Kinder-Schmink-Programm hinausgeht.

Auf eine kleine Sauna als Problemlöser für „Schlechtwettertage“ kann ebenso verzichtet werden. Diese bietet nur für wenige Personen Platz und stellt kein Angebot dar, welches nur ansatzweise einen Regentag ausfüllt. Auch hier gilt die Devise: Wenn man etwas macht – dann ordentlich!

Die Vernetzung mit den Angeboten und Partnern der Region kann hier Abhilfe schaffen. Ausflugsziele, Sport- und Wanderangebote und moderne Freizeitbäder mit Wellness bieten Abwechslung und für jedes Wetter eine passende Aktivität.

Nicht zuletzt sei erwähnt, dass ein Regentag mit einem guten Buch unter einem Vorzelt oder auf der Terrasse des eigenen Mobilheimes ein ganz besonderer Urlaubstag werden kann – ein kleines Hotelzimmer hat hier in Sachen Erlebnis jedenfalls das Nachsehen.

Zielgerichteter Komfort und Qualität beim Camping ist der Maßstab der aktuellen Zeit – gepaart mit entsprechendem Aktivprogramm am und um das Camping-Areal. Nachstehende Fragen sollte jeder Campingplatzbetreiber für sich geklärt haben, um am aktuellen Stand der Dinge zu sein:

  • Sind meine Stellplätze entsprechend der Komfortanforderung der Gäste ausgestattet?
  • Ist meine Infrastruktur (insbesondere W-Lan und Strom) entsprechend ausgerüstet, um den Bedarf der Gäste abzudecken?  Die kleine Herdplatte von gestern wurde durch voll funktionsfähige Küchen, klimatisierte Räume und Bedarf an E-Bike-Ladestationen abgelöst!
  • Habe ich geklärt, ob mein Campingplatz ein reiner Stellplatz („Reihe 7, Platz-Nr. 14“) als Basis für Aktivitäten oder ein Verweilplatz („unter der großen Linde“) ist? Sind die Infrastruktur sowie das Ambiente (Stichwort „Gartengestaltung“) an das Konzept angepasst?
  • Ist mein Platz groß genug um Zonen zu schaffen und ist es zweckdienlich, auch in entsprechende mobile Behausungen zu investieren  Selbst Stammgäste, die Jahrzehnte mit dem Wohnwagen kamen, können diesen mal ausrangieren und nicht mehr ersetzen, womit sie eine Alternative benötigen – die Veränderung passiert auch nachfrageseitig!
  • Habe ich ein attraktives Rahmenprogramm geschaffen und bin ich mit Anbietern/Angeboten der Region gut vernetzt?
  • Ein Tipp zuletzt: Ausgefallene Nächtigungseinheiten (Baumhäuser, Tipis & Co) schaffen zusätzliche Aufmerksamkeit und auch Begehrlichkeit, womit sie insbesondere im Marketing punkten. Achten Sie aber darauf, dass der authentische Mehrwert gegeben ist und man nicht einen Spezialfotografen braucht, um das Objekt im profanen Umfeld wirken zu lassen.

Es waren vielfach Wind und Wetter sowie vor allem die entlegenen Gemeinschafts-Sanitäranlagen, die Menschen von so einem Camping-Urlaub abgehalten haben. Wenn es nun gelingt, die Komfort-Vorteile eines Hotels mit den unvergesslichen Naturerlebnissen eines Zelturlaubs in attraktiven Behausungen zu vereinen, dann kann der Glamping- / Campingplatz vielen mittelmäßigen Hotels leicht Paroli bieten.

Für den Tourismus als Branche wäre das die Chance, einen modernen Ersatz für die wegbrechenden Privatzimmer zu bekommen. Die Erweiterung der Produktpalette bietet sich auch für Gasthöfe, Urlaub-am-Bauernhof-Betriebe und andere an, die Platz im näheren Umfeld haben und in vergleichbar überschaubare Investitionsvorhaben im Tourismus investieren wollen.

Für Rückfragen steht gern zur Verfügung:

Mag. Martin Mayerhofer
martin.mayerhofer@kohl.at

 
 
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Herr
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Österreich
 
 
 
 
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