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14 Januar
 
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Woher das Geld nehmen?

Was tun, wenn in Tourismusverbänden das Geld für neue Projekte fehlt?
 
In vielen Destinationen hat sich bereits das Bewusstsein etabliert, dass eine Tourismusregion für Gäste attraktiv, gleichzeitig jedoch auch für Einheimische lebenswert gestaltet werden muss. Die handelnden Touristiker entwickelten daher mittlerweile neben den klassischen neuen Tourismus-Produkten auch neue Lebensraum-Projekte wie Mobilitätslösungen oder neue Infrastrukturen wie beispielsweise Indoor-Freizeitanlagen, Mitarbeiter-Wohnungen etc.
In einigen Tourismusverbänden fehlt jedoch für neue Projekte einfach das Geld. Was tun?

Neben den gesetzlichen und üblichen Aufgaben eines Tourismusverbands, wie buchbare Produkte zu entwickeln, Beherbergungsbetriebe zu unterstützen, Online-Coachings anzubieten oder Schulungen für Skilehrer abzuhalten, fordern Gäste, Unternehmer, Funktionäre und Einheimische jedes Jahr etwas NEUES. Gleichzeitig beklagen sich einige Tourismusverbands-Manager, dass für neue Projekte das Geld fehlt. Diese Entwicklungen bringen neue Herausforderung für das Budget und die verantwortlichen Touristiker mit sich.
Daniel Orasche von Kohl & Partner konnte in der Zusammenarbeit mit Destinationsmanager zentrale Punkte lokalisieren, welche die Finanzierung von neuen Projekten ermöglicht. Patentrezepte gibt es freilich keine, vier wesentliche Erfolgsstrategien für Projekt-Finanzierungen konnten jedoch identifiziert werden:

  1. NEUES muss „strategiefit“ sein
  2. Tourismusorganisation und Regionalmanagement verzahnen
  3. Fusionierungen andenken und
  4. Gemeinsam das eigene Budget auf Effizienz prüfen.

Erfolgsstrategie 1: NEUES muss „strategiefit“ sein

Destinationen benötigen eine klare, langfristige Strategie und einen Projekt-Umsetzungsplan, der die Richtung vorgibt. Neue Angebote, welche außerhalb der strategischen Leitplanken liegen, taugen langfristig nicht. Bei nicht strategie-konformen Angeboten können sogar Qualitäts-Brüche entstehen. So macht zum Beispiel eine neue Mobilitätslösung in einer familienfreundlichen Destination nur dann Sinn, wenn sie auch kinderfreundlich ist.

Erfolgsstrategie 2: Tourismus und Regionalmanagement verzahnen

In Österreich bestehen derzeit 77 LEADER Regionen (LEADER ist ein EU-Förderprogramm, in Österreich stehen für den Zeitraum 2014 – 2020 rd. € 197 Mio. für lokale Entwicklungsprojekte zur Verfügung). Das lokale Regionalmanagement generiert Leader-Projekte auf Basis der erarbeiteten Entwicklungsstrategie. Einige Destinationen haben bereits die Tourismusorganisation und das Regionalmanagement organisatorisch und räumlich verzahnt. Um Doppelgleisigkeiten zu vermeiden, Projekt-Allianzen zu bilden und die laufende Kommunikation zu fördern. Ein Haus der Region, in dem die Tourismusorganisation und das Regionalmanagement tätig sind, steigert die Effizienz in der Projektumsetzung.

Erfolgsstrategie 3: Fusionierungen andenken

Die rund 1.700 Österreichischen Tourismusorganisationen (TVB, Regionen, Landestourismus-Organisationen) agieren jährlich mit einem Budget von über € 390 Mio. Trotz vergangener Zusammenschlüsse, gibt es nach wie vor viele Tourismusverbände, deren Mitarbeiterkosten mehr als ein Drittel des Jahresbudgets verschlingen. Solche oft kleinstrukturierten Tourismusverbände haben kaum Möglichkeiten, finanzielle Mittel für neue Projekte freizusetzten. Tourismusverbände mit deutlich unter 1 Mio. Nächtigungen pro Jahr sollten eine TVB-Fusionierung prüfen, um mehr Kraft in der Projektumsetzung zu erhalten. 87 % der von Kohl & Partner befragten TVB-Manager bestätigten, dass nach ihrer Tourismusverbands-Fusion die Kompetenzen im TVB-Team besser aufgeteilt sind.

Erfolgsstrategie 4: Gemeinsam das eigene Budget auf Effizienz prüfen

Um neue Projekte zu finanzieren und freiwerdende Mittel zu erhalten, ist als erster Schritt die Reduzierung der Fixkosten innerhalb der Organisation sinnvoll. Hier gilt es, gemeinsam mit den Mitarbeitern zu hinterfragen, ob alle Mittel auch wirklich effizient eingesetzt werden oder ob die Ressourcen nur so verteilt wurden „wie es schon immer war“. Dies bietet eine erste Möglichkeit, um auf der Umsatz- wie auch auf der Kostenseite Potenziale zur Erlössteigerung und Fixkostensenkung aufzuspüren. Gleichzeitig wird bei dieser Vorgehensweise das Erfahrungspotenzial im Haus effizient genutzt und so eine Bewusstseinsbildung herbeigeführt und Verantwortungsgefühl geschaffen.
Zur Vertiefung des Themas „Professionelle Budgetierung in DMOs - Effiziente Budgeterstellung für Tourismusverbände und -regionen“ bietet Kohl & Partner am 12. März 2020 ein Tagesseminar an.
Nähere Informationen und Anmeldung finden Sie hier.
 
 
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