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4 März
 
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Vermieter-Coaching: früher Kür, heute Pflicht

Das Management einer Destination birgt zweifelsohne hohes Frustrationspotenzial. Die Herausforderung liegt nicht nur in der Kommunikation nach außen zur Zielgruppe Gast, sondern ebenso nach innen in der Seilschaft mit Interessensgruppen wie zum Beispiel lokalen Gastgebern. Die Gefahr ist groß, aneinander vorbeizuleben. „Was arbeiten die vom TVB überhaupt?“, „Die verkaufen meine Betten nicht!“ oder „Die sind so weit weg vom Betrieb.“ sind nur einige Aussagen, die dann zu hören sind.
Vermieter-Coaching: früher Kür, heute Pflicht
 
 
Vermieter-Coaching als eine der Kernaufgaben der Destination Management Organisation 2030
Der Erfolg einer Destination basiert jedoch auf einem gesunden Miteinander. Die Touristische Organisation (TO) der Zukunft begegnet der Herausforderung aktiv in ihrer Rolle als Netzwerker und Support-Center für Mitgliedsbetriebe. Oberösterreichs e-Coaches, Kärntens Qualitäts-Coaches, Salzburger Innovations-Coaches, Tiroler Vermieter-Coaches und viele regionale Beispiele machen eine praktische Umsetzung der Aufgabe vor. In Form von professionellem Vermieter-Coaching werden insbesondere auch Kleinstbetriebe einbezogen und fit für Trends und betriebliche Herausforderungen gemacht:

„Der Vermieter-Coach fungiert stets als direkter Ansprechpartner in allen Fragen und fördert so das Vertrauen und den Austausch zwischen Betrieben und TO“, umreißt Silvia Tumler, Projektentwicklerin der Ferienregion Obervinschgau, das Selbstverständnis der lokalen Coaches. „Im Rahmen der gesetzten Kernkompetenzen werden die Betriebe beraten und unterstützt. Durch hilfreiche Tipps kann so oft mit wenig Aufwand viel umgesetzt werden. Kann der Coach einmal nicht persönlich weiterhelfen, binden wir auch externe Fachexperten ein.“

 „Das Tagesgeschäft lässt jedoch oft kaum Spielraum“, sieht Pamela Binder, Geschäftsführerin des TVB Inneres Salzkammergut, den Faktor Zeit dabei als Schlüssel mit den Gastgebern am Ball zu bleiben. In der Organisation von Workshops und Betriebsbesuchen orientieren sich die drei lokalen eCoaches deshalb vornehmlich am Tagesablauf der Betriebe und gehen mit einer E-Learning Plattform noch einen Schritt weiter. „Die DachsteinAkademie ist sozusagen täglich von 0-24 Uhr geöffnet“, so Binder. „Mit April gibt es dann von den Coaches auch 4-mal jährlich einen „LearnLetter“ - kein klassischer Newsletter, vielmehr ein lässig aufgezogenes Update zum State of the Art in der Branche.“

 Vermieter-Coaching mit dem Fokus „intensiven Kontakt zu den Gastgebern aufzubauen“ ist ebenso bei der Hochschwarzwald Tourismus GmbH fest etabliert. Stellvertretender Geschäftsführer Volker Haselbacher beurteilt das Coaching und die Rolle des Netzwerkers dabei als „laufendes Projekt in ständiger Entwicklung, welches eine nachhaltige Pflege und dauerhaftes Engagement und Ressourcen von Seiten der DMO voraussetzt“.
Gibt es DAS Erfolgsrezept zum Vermieter-Coaching überhaupt?
Welche Aufgaben ein Vermieter-Coach tatsächlich übernimmt, hängt in der Praxis natürlich grundsätzlich sehr stark von Faktoren wie Tourismusintensität, Budgets, Professionalisierungsgrad oder Aufgabenschwerpunkten der jeweiligen Destination Management Organisation (DMO) ab.
Im Wesentlichen definiert Kohl & Partner deshalb vier strategische Kernfragen oder To Do‘s, die für ein individuell erfolgreiches Miteinander zur initialen Implementierung oder Weiterentwicklung von Vermieter-Coaching geklärt werden müssen:

  1. Was ist unser Selbstverständnis?
    Welche Vision leitet uns als touristische Organisation? Welche Gastgeber wollen wir vor allem einbinden? Welchen Nutzen wollen wir stiften? Welche Ziele stecken wir uns und welche generelle Strategie soll uns begleiten?
  2. Welche Rolle wollen wir gegenüber Mitgliedsbetrieben spielen?
    Welche Aufgaben übernehmen wir im Detail? Wo wollen wir Stärken entwickeln? Welche Themen haben die höchste Brisanz für unsere Betriebe?
  3. Wie äußert sich dieses Bekenntnis in der Organisation?
    Wie verankern wir den gesetzten Schwerpunkt zum Vermieter-Coaching im Organigramm? Wie sollen die entsprechenden Mitarbeiter hinsichtlich Know-How und Qualität geschult und weitergebildet werden?
  4. Welche Ressourcen müssen dazu aufgebracht werden?
    Welchen Stellenwert nimmt das Thema im Budget im Rahmen von Aus- und Weiterbildung, Workshops, Einstellung von Coaches oder Unterlagen für die Betriebe ein?
Das heißt also…
Vorzeige-DMOs werden in Zukunft verstärkt auf Vermieter-Coaching setzen – jedoch weiterhin in unterschiedlicher Intensität und Ausrichtung. Für eine individuell erfolgreiche Umsetzung der Initiative bleibt es dabei essentiell, die vier strategischen Kernfragen frühzeitig für sich und sein Team zu klären.
 
 
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