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8 Dezember
 
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Nachhaltige Mobilität auf der Überholspur

Eine innovative Vorreiterposition einnehmen, das grüne Destinationsimage unterstreichen oder schlichtweg dem Verkehrskollaps entgehen – die Motive für die Umsetzung nachhaltiger Mobilitätskonzepte im Tourismus sind sehr vielseitig. Doch nicht selten bleiben trotz großer Förderungen oft nach kurzer Zeit nur noch kleine Erfolge aus gut gemeinten Projekten übrig. Dabei hilft in vielen Fällen schon eine einfache Analyse der Gästebedürfnisse, um grundlegende konzeptionelle Fehler in den Infrastruktur-Mammutprojekten von Anfang an zu vermeiden.

Vom Verkehr zur nachhaltigen Mobilität
In der öffentlichen Wahrnehmung wird die Diskussion um Nachhaltige Mobilität oftmals mit konkreten Verkehrsmitteln in Verbindung gebracht. Dabei ist die Elektromobilität nur einer der Teilaspekte. Plug-in-Hybridantriebe, Gas, Wasserstoff – die Angebotspalette der Fahrzeughersteller ist vielfältig und findet sich in den Diskussionen wieder.

Doch diese reduzierte Sicht auf einzelne Verkehrsmittel ist bei genauerer Betrachtung zu kurz gegriffen. Sie wird dem Begriff der Mobilität nicht gerecht. Denn Mobilität bezeichnet den physischen Wechsel zwischen zwei oder mehr Orten. Damit ist sie nicht auf ein bestimmtes Verkehrsmittel oder eine Fortbewegungsform konzentriert.
 
Vielmehr geht es um das Zusammenführen verschiedener Verkehrskonzepte in einer Mobilitätskette. Zu Fuß zum (Erdgas-)Bus, weiter mit dem Zug und die letzten Kilometer mit einem Car-Sharing-Angebot überwinden - in die Mobilitätskette können eine Vielzahl verschiedenartiger Fortbewegungsmittel eingebunden sein.

Nicht zuletzt die fortschreitende Entwicklung und Marktreife innovativer Verkehrsmittel und intelligenter Kommunikationstechnologien sind dabei wichtige Treiber nachhaltiger Mobilität. Immer neue Technologien stehen Nutzern und Anbietern gleichermaßen zur Verfügung und integrieren einzelne Verkehrsmittel zunehmend in komplexe Mobilitätsketten. Intelligente Kommunikations- und Informationssysteme machen dabei Kunden- wie Anbieteranwendungen einfacher und effizienter.

Per Smart-Phone-App ein Fahrzeug zu suchen und buchen ist dabei die leichteste Übung. Minutengenaue Nutzungsabrechnungen für Car-Sharing-Angebote sind Standard. Moderne Informationssysteme wie moovel.com zeigen uns schnelle, kostengünstige und nachhaltige Mobilitätsalternativen zum eigenen Pkw auf und unterstützen uns intuitiv in der Streckenplanung.

Nachhaltige Mobilitätskonzepte verfolgend dabei das Ziel Mobilität zu gewährleisten, Umwelt und Ressourcen zu schonen, negative Effekte für Individuum und Gesellschaft zu vermeiden und gleichzeitig wirtschaftlich aus sich selbst heraus langfristig tragfähig zu sein.

Von der Mobilitätskette zur Servicekette
Wenn wir im Tourismus von nachhaltiger Mobilität als touristisches Angebot sprechen, geht es immer um Mobilitätsdienstleistungen. Die Beförderung des Gastes ist das konkrete Dienstleistungsangebot.

Die Nutzung unterschiedlicher Mobilitätsdienstleistungen durch Gäste ist dabei jedoch kein Produkt des Zufalls. Entscheidungen für oder gegen ein Mobilitätsangebot basieren auf persönlichen Bedürfnissen, Wahrnehmungen und eigenen Erfahrungen des Gastes.

Preis, Qualität, Service, Komfort (z.B. Reisegepäcktransport, Reisezeit, Lautstärke), Pünktlichkeit, Schnittstellenkoordination, Wartezeiten, Anschlüsse, Sicherheit, Informationsqualität, Privatheit und eigene Werte – die bewussten und unbewussten Bewertungsparameter des Gastes sind vielfältig.

Da Mobilitätsangebote nicht allen Anforderungen gleichermaßen gerecht werden können ist es erforderlich, neben den eigenen Anbietermotiven auch die Gästemotive und Mobilitätsbedürfnisse vor der Angebotsgestaltung genau zu analysieren. Individualität, Exklusivität und schnelle Fortbewegung kann beispielsweise mit besonderen E-Car-Sharing-Angeboten, wie jüngst im Hochschwarzwald umgesetzt, gewährleistet werden. Genießer und Erholungsuchende sehnen sich eventuell nach einem auf Genuss ausgerichteten E-Bike-Netz wie mit Südtirol Rad und der bikemobilcard realisiert.

Wichtig für die erfolgreiche Konzeption von Mobilitätsdienstleistungen ist es, über die eigentliche Mobilitätskette hinauszudenken. Wie kommt der Gast zur Leistung? Woher bekommt er die erwünschten Informationen? Wie kann das Angebot gebucht werden? Wo parkt er sein Fahrzeug bei einem Kurzaufenthalt? Wie können Einkäufe oder Gepäck transportiert werden? Wie kommen Gast und Leihrad zurück?
  
Der Einbezug der Mobilität in ein Servicedesignprozess entlang der gesamten Dienstleistungskette von der Information zur Reise über die Anreise, den Aufenthalt vor Ort, die Rückreise bis hin zur Nachbetreuung ist zentraler Erfolgsfaktor für Destinationen, Nahverkehrsverbände, Großschutzgebiete und alle weiteren potenziellen Anbieter nachhaltiger Mobilitätsdienstleistungen. Insbesondere der Ausgestaltung kritischer Schnittstellen muss hierbei besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden. So ist die Überwindung der „letzten Meile“ in vielen Destinationen im ländlichen Raum bei der Anreise noch immer eine der größten Herausforderung.

Unsere Empfehlung für erfolgreiche nachhaltige Mobilitätskonzepte

  • Setzen Sie strategische Nachhaltigkeitsziele! Was wollen Sie mit Ihrem Mobilitätsangebot erreichen: Wollen Sie die Ökobilanz verbessern, den Individualverkehr reduzieren, Kosten senken, das Image verbessern?
  • Versetzen Sie sich in Ihre Gäste! Welche Motive und Mobilitätsbedürfnisse haben Ihre Gäste, was ist ihnen wichtig: Unabhängigkeit, geringer Preis, Einfachheit, Komfort
  • Gestalten Sie die gesamte Dienstleistungskette! Denken Sie an alle Serviceglieder der Reise: die Information vor der Reise, Anreise, Mobilität vor Ort, Abreise, Nachbetreuung. Gestalten Sie die Schnittstellen! Servicedesign ist das Stichwort!
  • Arbeiten Sie mit starken Partnern! Nutzen Sie das Know-How und die Power starker Partner. Seien Sie Teamplayer und erzeugen Sie branchenübergreifende WIN-WIN-Situationen.

 

Nachhaltige Mobilität auf der Überholspur
 
 
 
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