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11 Dezember
 
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Inszenierungskonzept erweckt Naturphänomen zum Leben

Die Natur übt seit jeher eine faszinierende Anziehungskraft auf die Menschen aus. Dabei gilt die „Inszenierung von Erlebnissen“ seit Jahren als eines der Erfolgsrezepte für die touristische Aufwertung von Naturangeboten. Beispiele hierfür gibt es deutschlandweit mittlerweile eine ganze Menge. Doch bei der Donauversickerung stand das Team von Kohl & Partner vor einer ganz besonderen Herausforderung: Inszenierung der Donau, wenn diese nicht mehr da ist!
Inszenierungskonzept erweckt Naturphänomen zum Leben
 
 
Die Donauversickerung auf dem Weg zum touristischen Anziehungspunkt
In der Nähe von Tuttlingen auf der Schwäbischen Alb versickert die Donau an durchschnittlich 155 Tagen im Jahr vollkommen. Zurück bleibt ein leeres Flussbett, welches man dann auf einer Länge von circa fünf Kilometer trockenen Fußes durchqueren kann. Grund dafür ist das kalkreiche Gestein der Schwäbischen Alb. Trotz des hohen Potenzials durch den hochfrequentierten Donauradweg blieb das Naturphänomen bislang eher unbeachtet.

Ziel des Projekts war es, die überregionale Bedeutung der Donauversickerung als geologisches Highlight und touristische Attraktion im Donaubergland in einem Inszenierungskonzept herauszuarbeiten und das Phänomen für Gäste zugänglich und erlebbar zu machen. Neben der Entwicklung des Inszenierungs- und Marketingkonzeptes unter Beteiligung zahlreicher Partner und Geologie-Experten im Donaubergland stand die Nutzung regionaler Wertschöpfungspotenziale auf Basis einer durchdachten Besucherführung im Fokus der Arbeiten.

Geschichten, Geschichten, Geschichten
Schnell wurde klar, dass der besondere Reiz des Phänomens nicht nur in der Sache an sich liegt, sondern an der Vielzahl an faszinierenden geologischen und archäologischen Besonderheiten und lebhafter Geschichten, die damit in Verbindung gebracht werden. Sei es der Wasserstreit zwischen Baden und Württemberg, die Umgehung der Schluckstellen mit speziellen Verbindungsstollen, die besondere Vegetation auf Basis der wechselnden Amplitude oder der Sensationsfund vom Höhlenfisch. Die Gesamtstory der Donauversickerung entwickelte sich aus den verschiedenen Facetten und den faszinierenden Geschichten entlang der beteiligten Donau-Orte Immendingen, Möhringen, Tuttlingen und Fridingen. Jeder der beteiligten Orte hat einen besonderen Themenschwerpunkt, um die Gesamtidee der „Faszination Donauversickerung“ zu transportieren. Der Begriff der „Faszination“ bündelt dabei die fesselnden und überraschenden Fakten und Geschichten hinter dem Naturphänomen sowie die gegensätzlichen Reize zwischen trockenem Flussbett und europäischem Strom.




Klare Linie für die stufenweise Umsetzung
Das Inszenierungskonzept baut im Sinne einer angemessenen, naturverträglichen und nachhaltigen Aufbereitung der Donauversickerung auf eine stufenweise Umsetzung der Gesamtidee. In einer ersten Phase liegt die Essenz der Aktivitäten auf einer gemeinsamen Audioguide-Rundtour als verbindendem und steuerndem Besucherlenkungsinstrument gekoppelt an eine informative Beschilderung. Zusätzlich sind erste Marketingaktionen geplant, die sich nicht nur an potenzielle Gäste, sondern auch nach Innen an die lokale Bevölkerung, Schulen und Vereine richten. Zweiter Schritt ist die Einrichtung von weiteren Info-Points in den einzelnen Gemeinden bevor langfristig dann auch die Vision eines zentralen Besucherzentrums im Raum steht. Flankierende Empfehlungen im Handlungskonzept reichen von einer klaren thematischen Zonierung, Themeninszenierungen in jedem einzelnen Ort über die Besucherlenkung und Dramaturgie bis hin zu konkreten Marketingaktivitäten und der Umsetzungs-organisation. Die führende und koordinierende Funktion für die Umsetzung übernimmt dabei die Donaubergland Marketing und Tourismus GmbH.

Aufschlag für langfristige Entwicklung
Die Gesamtidee der Inszenierung der „Faszination Donauversickerung“ hat nicht nur die ausgangs im Raum stehende Fragestellung nach der Aufwertung eines Naturphänomens positiv beantwortet, sondern zeigt gleichzeitig die Potenziale für eine zugespitzte touristische Positionierung der beteiligten Orte und der Region insgesamt. Außerdem bietet sich durch die gezielte Verknüpfung bestehender Angebote mit bereits etablierten Produkten unter der neuen Gesamtidee ein hohes Potenzial die optimale Nutzung zusätzlicher Wertschöpfungspotenziale für die heimische Wirtschaft und insbesondere für den Tourismus zu sichern. Auch die Erfahrung zeigt, dass vergleichbare Projekte häufig den Impuls für weitere langfristige und umfassende Entwicklungen geben und damit langfristig die Attraktivität der Region erhöhen. Mit dem Handlungskonzept ist es gelungen, alle Gemeinden und Partner sowie den Landkreis an einen Tisch zu bekommen und zu halten. Das Commitment aller Beteiligten zur Umsetzung und Finanzierung der nächsten Schritte ist Ausdruck für einen gelungen Auftakt und eine ausgezeichnete Idee. Der erste Schritt ist getan.
 
 
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