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14 März
 
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Glokalisierung – Chance für den ländlichen Raum

„Landflucht“, „Urbanisierung“ und „Globalisierung“ sind immer noch Schlagwörter in der aktuellen Diskussion zwischen Anziehungskraft von Schwarmstädten und gemäßigten Perspektiven im ländlichen Raum. Im Tourismus hinkt das Land der Stadt bei den Übernachtungszuwächsen schon viele Jahre, trotz aktuell wieder steigenden Übernachtungen, weit hinterher. Bringt „Glokalisierung“ als Gegentrend zur Globalisierung neue Hoffnung für's Land? Und was hat das mit dem Tourismus zu tun?
Glokalisierung – Chance für den ländlichen Raum
 
 
Tourismus als Motor der Glokalisierung?


Globalisierung + Lokalisierung = Glokalisierung
Der Begriff „Glokalisierung“, erfunden vom amerikanischen Soziologen Roland Robertson, kennzeichnete ursprünglich eine Marketingstrategie, mit der multinationale Unternehmen ihre standardisierten, globalen Produkte den Vorlieben lokaler Märkte anpassten. Mittlerweile hat „Glokalisierung“ ganz andere kulturelle und politische Bedeutungen bekommen: Im Zeitalter der Globalisierung von Arbeit, Wirtschaft und Lebensstil findet zunehmend auch eine Rückbesinnung auf regionale und lokale Traditionen, Werte und Eigenarten statt.

Es geht bei „Gloaklisierung“ nicht um entweder oder, sondern dass jegliches Geschehen an einem bestimmten Punkt in der Welt von lokal-regionaler und gleichzeitig von global-überregionaler Bedeutung ist.

„Tourismus war immer schon glokal“
Aus Sicht von Kohl & Partner war Tourismus schon immer glokal. Denn keine Branche im ländlichen Raum ist so international aufgestellt wie der Tourismus. Allein Ausbildung und Studium fordern vom Nachwuchs Auslandsaufenthalte, internationale Erfahrungen und eine hohe Sprachkenntnis. Egal ob im Schwarzwald, in Stuttgart oder am Bodensee, in Deutschland haben wir schon immer die Welt zu Gast und bewegen uns im Tourismus auf internationalem Parkett. Dennoch besinnen sich die Destinationen auf ihre lokalen Besonderheiten und Werte, vermitteln ihre Bräuche und Traditionen im weltweiten Kontext.

„Glokalisierung“ heißt im Tourismus auch, die Menschen werden zwar mehr reisen, ihr Wunsch nach Heimat und Ortsverbundenheit wird aber zunehmen. Nicht umsonst sind Couchsurfing und airbnb so erfolgreich: Sie befriedigen die Sehnsucht, einmal in die Rolle eines „Lokals“ zu schlüpfen. Und in den Tourist-Informationen macht es sich auch im Rahmen der Digitalisierung bemerkbar: Gäste wollen den persönlichen Tipp, das Besondere, den Blick hinter die Kulissen – alle anderen Informationen finden sie heute schon vorab problemlos online.

Glokalisierung ganz praktisch im Tourismus

Was heißt Glokalisierung nun ganz praktisch im Tourismus? Ein einfaches Beispiel: Wer kennt nicht den Weltenbummler oder die Weltenbummlerin aus dem Schwarzwald, der oder die nach vielen Auslandsjahren wieder in die Heimat zurückkehrt. Er/Sie ist bewandert in vielen Sprachen, kennt verschiedenste kulturelle Mentalitäten in der Welt. Mit großem Stolz besinnt man sich der Schwarzwälder Traditionen, trägt (modernisierte) Tracht, steht auf Kuckucksuhren, wohnt im Schwarzwaldhof und spricht (wieder) Dialekt. Mit internationalen Gästen zeigt man sich aber wortgewannt, sprachlich versiert und kann sich im internationalen SmallTalk verlieren. Man kennt die Gepflogenheiten und Erwartungen der Amerikaner ebenso wie die der Inder oder Chinesen. Und über die Sozialen Medien teilt man den Schwarzwald „all over the World“.

Tourismus als Motor der Glokalisierung

Nichts liegt also näher, als Glokalisierung als neue Chance für den ländlichen Raum und den Tourismus zu begreifen. Das heißt auch, sich auf mehr Internationalität einzustellen, neue moderne Formen der Traditionen zuzulassen, Lebensqualitäten zu schaffen und „Rückkehrern“ im Tourismus den Berufsstart so positiv wie möglich zu gestalten. Nicht nur im Dienste für den internationalen Tourismus, sondern vor allem auch im Hinblick darauf, junge Menschen für den Tourismus und den ländlichen Raum zu begeistern.

Lesen Sie mehr zum Thema „Glokalisierung“ und die „Progressive Provinz – Die neue Heimat der Glokalisten“ in der Kurzfassung zum aktuellen Zukunftsreport des Zukunftsinstituts unter folgendem Link.
 
 
 
 
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