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20 April
 
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Die Gastronomie – eine vulnerable Branche?

 
Die Gastronomie ist eine der Sparten, die massiv von der Epidemie des Corona-Virus getroffen wurde. Die Vorgaben der Regierung lassen erst jetzt erste Abhol-Angebote zu, ein schrittweiser Start in den Betrieb wird derzeit für den Monat Mai anvisiert.
Generell ist zu sagen, dass die aktuellen Wochen der Fastenzeit nicht zur Intensiv-Phase der Branche zählen, das Frühlingserwachen nach Ostern bzw. insbesondere der Monat Mai ist jedoch anders zu bewerten. Die Feiertage mit Festen wie Erstkommunion und Co. stellen für die Branche eine wichtige Zeit dar und die Aussicht auf einen üblichen Normalbetrieb wird deutlich über den Mai hinausgehen.
Eine pauschale Aussage zur Zukunft bzw. über Gewinner oder Verlierer nach Sparten in der Branche ist nicht trefflich, vielmehr müssen die Auswirkungen auf Gastronomiebetriebe nach Kriterien differenziert getroffen werden:

Wirtschaftliche Lage
Zu den Verlierern zählen mit Sicherheit all jene Betriebe, die bereits zuvor von einer liquiditätsmäßig angespannten Situation betroffen waren. Ein Blick in gemeldete Insolvenzen zeigt, dass es Gastronomiebetriebe jeglicher Art trifft bzw. treffen kann (von bekannten großen Systemanbietern bis zu kleinen regionalen Wirtshäusern).

Digitalisierung / Lieferservice
Längere Durststrecken bzw. größere Herausforderungen werden jene Gastronomiebetriebe haben, die stark von sehr hohen Frequenzen am Abend leben, wie Clubs / Bars oder aber auch Betriebe, die stark auf Feste, Veranstaltungen und auch Caterings spezialisiert sind.
Gerade Letztgenanntes bietet aber die Chance auf Lieferservice umzustellen. In urbanen Gebieten haben bereits viele Betriebe schnell reagiert und ihr Angebot auf Lieferservice erweitert oder umgestellt, während man anderswo nur auf den bekannten Pizzaservice zurückgreifen kann.

Hohe Fixkosten
Natürlich sind die hohen Mietkosten in Städten Treiber dafür, dass an innovativen bzw. neuen Lösungen schneller gearbeitet wird. Dieses Lieferservice oder nunmehr auch Abholangebot hilft den Betrieben bei der Überbrückung, um besser durch die Krise zu kommen, kann jedoch im Regelfall den Normalbetrieb bei weitem nicht abbilden. Zudem werden die Rechtsanwälte im Land beidseitig (von Vermietern und Mietern) mit der Interpretation beschäftigt, ob durch die Seuche ein Gastronomiebetrieb de facto gänzlich gesperrt oder aber auch als Möglichkeit für besagten Lieferservice zu werten ist – was letztendlich für die Miete relevant wird. Diese, für viele Betriebe essenzielle Entscheidung ist derzeit noch offen.
Somit können auch einzelne klassische Wirtshäuser ggf. besser durch die Krise tauchen, da deren Traditionshaus im vollen Eigentum oder mit überschaubaren Krediten belastet sind, und sie somit die laufenden Kosten derzeit weitestgehend herunterfahren können.

Breites Produktangebot

Auch in dieser Zeit zeigt sich wieder, dass ein breiteres Produktangebot zu mehr Stabilität in einem Unternehmen führen kann. Wird mit bzw. neben dem Gastronomiebetrieb auch ein Ab-Hof-Verkauf oder Delikatessenvertrieb angeboten, hat dies eine abfedernde Wirkung bzw. kann auf einem bestehenden „Lieferservice“ schneller aufgebaut werden.

Fazit

Die Nachfrage wird wiederkommen – nach dem Winter und auch nach der Zeit von Corona wird das Bedürfnis wieder steigen mit Freunden und Bekannten Essen zu gehen.
Dennoch wird das Corona-Virus deutliche Spuren in der Gastronomiebranche hinterlassen, da es als zusätzlicher Turbo in einem Markt wirkt, der bereits zuvor von einem wirtschaftlich sensiblen Zustand geprägt war, womit diese Branche auch zur vulnerablen Gruppe zählt.

Bei Fragen bitte gerne melden: Martin.Mayerhofer@kohl.at

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