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17 Dezember
 
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Die Card ist tot, es lebe die Card - Aktuelle „All-Inclusive“ Gästekartenentwicklung in Deutschland

Als vor über 20 Jahren die Kärnten Card das Licht der Welt erblickte, hat die Ära der touristischen Vorteilskarten für Gäste begonnen. Seitdem haben sie in den Ländern Österreich, Schweiz und Deutschland ihren Siegeszug angetreten.
 
Die Cardwelt ist in Deutschland in letzter Zeit in Bewegung geraten. Jüngstes Beispiel ist die landesweite ThüringenCard, die nach über 16 Jahren ihres Bestehens zum Ende des Jahres 2020 vom Markt genommen wird. Ein anderes Beispiel: Die bis dahin erfolgreiche HochschwarzwaldCard verliert mit der kommenden Skisaison seinen wichtigsten Leistungspartner, den Feldberger Skiliftverbund. Oder das ambitionierte Projekt NordseeCard: Nach langwieriger Vorbereitungsphase ist ihr Zustandekommen nun doch aus Mangel an Akzeptanz gescheitert.

Ob heute eine Karte erfolgreich sein kann, hängt sehr von ihrem Zuschnitt und natürlich von ihrem Preis- Leistungsverhältnis ab. Bei letzterem Punkt tun sich Kaufkarten generell schwerer als Umlagekarten. Die Finanzierung der Umlagekarte ist, wie der Name schon sagt, durch eine solidarische Umlage gesichert, die Kaufkarte muss durch Verkauf an den Kunden am Markt bestehen. Das gelingt nicht immer. Kaufkarten sind jedoch unentbehrlich um den Tagestouristen, Bürger (Einheimische) oder neuerdings touristische Fachkräfte (MitarbeiterCard) mit Vorteilskarten zu versorgen.

Umlagekarten dagegen sind nur für den Übernachtungsgast da und dann attraktiv, wenn der ÖPNV oder die Top Leistungen in der Nähe der Unterkunft inkludiert sind. Wird die Umlage über eine freiwillige Abgabe bei den Beherbergungsbetrieben generiert, herrscht in den Destinationen ein latenter Konflikt zwischen Beherbergungsbetrieben, die mitmachen und denen die sich verweigern. Die Verweigerer werfen den Teilnehmern vor, dass sie einem „Billigtourismus“ den Weg bereiten, die Teilnehmer werfen dagegen den Verweigerern vor, dass sie unsolidarisch sind.

Dieser Konflikt existiert bei der Finanzierungvariante über die Kurtaxe / Tourismusabgabe nicht. In diesem Fall sind dann alle Beherbergungsbetriebe über die kommunale Satzung verpflichtet mitzumachen. Nachteil ist, dass hier eine politische Entscheidung des Gemeinderates notwendig ist und das Kommunale Abgabengesetz des Bundeslandes mit einer entsprechenden Formulierung die Voraussetzungen für diese Finanzierungsart beisteuern muss. Kritiker werfen dieser Finanzierungsvariante vor, dass es sich um eine „Zwangsteilnahme“ handelt, da sich die Beherbergungsbetriebe nicht einzeln entscheiden können.

Karten, die erfolgreich in die Zukunft geführt werden wollen, lernen aus all diesen Erfahrungen und berücksichtigen die aktuellen Trends und künftigen Herausforderungen. Für ein ganzes Bundesland oder eine großflächige Region, gelten dabei folgende Empfehlungen:

  • Schaffung einer modularen Kombikarte mit Grundleistungen, die Abgabefinanziert sind
  • Einrichtung einer einheitlichen Technologie, Akzeptanz- und Abrechnungsorganisation, Trackingfunktion sowie eines einheitlichen Marketing-, Informations- und Vertriebskonzeptes
  • Aufsetzend auf die Basiskarte, Angebot von Regional- und Städtekarten und durch Aufschläge auch die Top Leistungen der Region beinhaltend
  • Aufsetzend darauf, Schaffung von Zielgruppenkarten für Tagesgäste, Mitarbeiter und Bürger als Kaufkartenangebote

Inhaltlich sind dabei folgende Trends zu berücksichtigen:

  • Die Markenbotschaft der Destination sollte sich durch seine Vorteilsinhalte in der Karte widerspiegeln. Dies bedeutet: Im Schwarzwald ist es die Kirschtorte und im Spreewald die Gurke, die irgendwie auf der Karte integriert gehört.
  • Der ÖPNV und weitere Transport- und Mobilitätsangebote gehören immer mit ins Kartenangebot.

 Beratungsunternehmen wie Kohl & Partner helfen sowohl bei der Neukonzeption als auch dem Relaunch einer Vorteilskarte. Die Card ist tot- es lebe die neue Card.
 
 
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