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12 März
 
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Augmented Reality – Wunderwaffe für die Erlebnisorientierung?

Der digitale Wandel beschleunigt die Veränderung und den Fortschritt der Technologien zunehmend; das bekommen wir auch im Touristiker-Alltag deutlich zu spüren. Nach dem Hype um Virtual Reality hat nun die „große Schwester“ Augmented Reality den Sprung ins Rampenlicht geschafft. Experten und Studien sind sich einig, dass wir von Augmented Reality so einiges erwarten können – Doch wie lässt sich die Digitaltechnologie denn nun in touristische Angebote integrieren? Wir haben uns in der Branche umgeschaut und geben mit Fakten und Beispielen einen Überblick was sich auf dem Tourismusmarkt tut und wo sich Potenziale für die Zukunft bieten.
Augmented Reality – Wunderwaffe für die Erlebnisorientierung?
 
 
Technologie trifft Tourismus
Augmented Reality oder Virtual Reality?
Häufig wird Augmented Reality in einem Atemzug mit Virtual Reality genannt. Zwischen den beiden Technologien besteht aber ein wesentlicher Unterschied. Bei Augmented Reality wird die reale Umwelt des Nutzers mit digitalen Informationen, interaktiven Elementen oder Animationen erweitert. Der Gegensatz zu Virtual Reality besteht also darin, dass AR die Umwelt nicht vollständig überlagert, sondern lediglich mit Daten und Bildern anreichert. Virtual Reality wird durch eine geschlossene Brille angewendet, wodurch die Umgebung völlig ausgeblendet wird und der Nutzer vollständig in die virtuelle Welt abtaucht. Die Auswahl der Technologie variiert somit je nach Zielsetzung und muss für jeden Anwendungsfall individuell getroffen werden.

Marktüberblick & technologische Reife
Hohe Preise sowie geringe Leistungsfähigkeit, Tragekomfort und Akkulaufzeit der notwendigen Geräte haben zur Folge, dass sich die Augmented Reality bislang nicht auf breiter Basis durchgesetzt hat. Mit zunehmender Technologie-Entwicklung entsteht aber in den verschiedensten Wirtschaftszweigen eine wachsende Anzahl von Anwendungsfeldern. Den größten Verbreitungsgrad weißt Augmented Reality momentan noch im Industriesektor auf; doch auch immer Tourismus wird die „Wunderwaffe“ immer beliebter.

Augmented Reality trifft Tourismus
Mit zunehmender Digitalisierung revolutionieren interaktive Technologien auch die Tourismusbranche und zeigen schon heute Auswirkungen in der gesamten Customer Journey. Touristische Anbieter sind immer mehr gefordert, unverwechselbare Reise-Erfahrungen zu schaffen. Auf diesem Weg hat Augmented Reality längst das Interesse der touristischen Leistungsanbieter geweckt. Durch die Integration von Navigationsanwendungen ergeben sich beispielweise ganz neue Möglichkeiten dem Gast die An- und Abreise zu erleichtern. Digitale Stadtführer können Gäste zu Sehenswürdigkeiten leiten und Hintergründe zu Bauwerken erläutern. Zudem kann die Historie von Städten rekonstruiert oder Exponate in Museen um Informationen und visuelle Darstellungen angereichert werden (ausgewählte Beispiele im Titelbild). So unterstützt die Timetraveler-App beispielsweise die Vermittlung der deutschen Geschichten entlang der Berliner Mauer. Die von zwei Agenturen entwickelte App bringt den Besucher an die Originalschauplätze und visualisiert mit Fotos und Filmmaterial die Vergangenheit der Hauptstadt.

Wahrnehmung, Interaktion und Emotion
Augmented Reality kann durch eine neuartige Aufbereitung von touristischen Angeboten einen wesentlichen Vorteil im heutigen Aufmerksamkeitskampf generieren. Die kombinierte Ansprache von Sehsinn, Hörsinn und Haptik führt zu einer multisensorischen Wahrnehmung und erhöht nicht nur die Aufmerksamkeit, sondern verbessert auch die Informationsaufnahme. Dies bietet vor allem bei schwierig zu vermittelnden Themen und Inhalten einen deutlichen Vorteil gegenüber Informationstafeln oder andere Arten der Informationsvermittlung. Zudem kann der Gast durch Augmented Reality viel stärker in sein Erlebnis eintauchen und aktiver Teil davon werden, anstatt Sehenswürdigkeiten nur passiv wahrzunehmen. Dieses Zusammenspiel aus Aktivierung der Gäste, Wahrnehmungssteigerung, Aktivität und Interaktion führt zu einer Emotionalisierung der Reiserfahrung.

Hürden und Grenzen
Aktuell bestehen durch die geringe Bekanntheit oder damit einhergehend auch dem geringen Wissenstand über die Möglichkeiten der Technologie noch Hemmnisse beim Einsatz von AR. Aus Sichtweise der Anbieter mangelt es, trotz stetiger Weiterentwicklungen, an den technischen Voraussetzungen - Die Geräte sind noch nicht massen- und alltagstauglich. Geringer Tragekomfort, unhandliche Bedienung, hohe Kosten und eine nicht einwandfreie Funktionalität schränken die Nutzung ein. Der wirtschaftliche Nutzen ist schwer quantifizierbar, was wiederum die Bereitstellung notwendiger Ressourcen erschwert. Zudem äußern potenzielle Nutzer Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes.

Einsatzbereiche von Augmented Reality
Bei den Möglichkeiten, Augmented Reality entlang der Customer Journey einzusetzen sind quasi keine Grenzen gesetzt. In der Phase der Inspiration und Information ist beispielsweise eine Aufwertung von klassischen Imagebroschüren um Bewegtbilder und Videos denkbar. Die Einbindung des Imagefilms, eine 360 Grad Ansicht des Museums oder eine Verlinkung zur Webseite können den Gast durchaus bei seiner Reiseentscheidung unterstützen. Noch besser lassen sich die Stärken von Augmented Reality beim eigentlichen Reiseerlebnis nutzen. Besucher können mit Augmented Reality vergleichbar tiefgehende Informationen wie in einer geführten Tour durchs Museum oder Stadtführung erhalten. Besonders vielversprechend ist dabei eine zielgruppenspezifische Aufbereitung von Inhalten.

Empfehlungen für die Umsetzung
Grundsätzlich lässt sich Augmented Reality an allen Stellen der Customer Journey einsetzen. Bei der Entscheidung über Art und Umfang der Nutzung sollte aber unbedingt die Gastsicht oberste Priorität haben. Denn der wesentliche Erfolgsfaktor ist ganz klar der konkrete Nutzen für den Gast. Nur wenn Augmented Reality eine deutliche Verbesserung des bestehenden Angebots bringt und den Gast emotional erreicht ist die Technologie auch sinnvoll eingesetzt. Dazu bedarf es neben einer intensiven Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten auch ein klares, durchdachtes und zielgerichtetes Konzept.
 
 
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