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1 Juli
 
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Tourismusstimme der Woche - Claudia Kohl

KULTUR & TOURISMUS: Vorurteile aufbrechen, Kräfte bündeln
Gerade in den Sommermonaten boomen Kulturevents und bereichern das Tourismusangebot in Österreichs Tourismusregionen. Die Annäherung zwischen Kultur und Tourismus erfolgt dabei nicht immer friktionsfrei. Wie aber durch gemeinsam erarbeitete, langfristige Strategien enormes Potenzial für beide Seiten zu heben wäre, erläutert Claudia Kohl von Kohl & Partner.
 
Vorurteile aufbrechen, Kräfte bündeln

Abseits von Städtereisen und Festspielbesuchen haben sie sich zu einer interessanten Zielgruppe gemausert: Bereits 7 Prozent der Urlaubsgäste in Österreich sind „Kulturtouristen“, suchen eine reizvolle Kombination aus Kunst, Kultur, Kulinarik und Naturerlebnis und sind dabei durchaus spendabel. Im Sommer liegen die Tagesausgaben der Kulturtouristen um 26-28 %, im Winter immerhin auch um 18 % über dem Durchschnitt. „Authentizität, Regionalität und das individuelle Erleben spielen dabei eine zentrale Rolle“, weiß Claudia Kohl, Geschäftsführerin bei Kohl & Partner, die sich intensiv mit der Thematik Kulturtourismus befasst.

Unterschiedliche Zugänge – gemeinsame Lösungen

Aus der Praxis weiß die Beraterin, dass Touristiker und Kulturschaffende aus "verschiedenen Welten" kommen, zwischen denen es im Projektfall zu vermitteln gilt. Oft sind es nur unterschiedliche Ansätze und weniger tatsächliche Hürden, die zu gegenseitigen Vorurteilen führen. „Wo der Touristiker in Kategorien von Vermarktung, Profitabilität und Wertschöpfung denkt, sieht die Kultur Bewahrung, Gemeinwohl und Wertschätzung. Hier gilt es Vorurteile aufzubrechen und Kräfte zu bündeln, denn gerade vor dem Hintergrund der Nachhaltigkeit können gemeinsam erfolgreiche Produktstrategien entstehen“, erklärt Kohl.

Dafür braucht es in erster Linie Kommunikation, Netzwerke und Kooperation – und das auf allen Ebenen. Zahlreiche positive Ansätze in österreichischen Tourismusregionen beweisen, dass die Zusammenarbeit lokal und regional durchaus funktionieren kann. Aufholbedarf sieht Beraterin Claudia Kohl vor allem international: „Im Städtetourismus und bei großen Festspielveranstaltungen haben wir internationales Publikum. Dieses Potenzial gilt es für die Regionen zu heben, beispielsweise in Form von Tagesausflügen!“ Wenn Kultur und Tourismus sich hier noch besser vernetzen, gemeinsame Packages schnüren und vermarkten, kann sich das nicht nur in Synergieeffekten für beide Seiten, sondern auch in Saisonverlängerung und damit in gesteigerter Wertschöpfung auswirken. Wichtig ist dabei, den Kulturgast emotional anzusprechen. „Das Echte, Authentische fasziniert diese Zielgruppe. Sie sucht es in der Kultur, in der Kulinarik und in der Natur. Hier muss die Produktgestaltung ansetzen und emotionale Botschaften geschickt mit interaktiver Gestaltung verbinden“, zeichnet Claudia Kohl den Beratungsansatz nach.

„Ziel sollte eine ganzjährige Positionierung sein um die Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit der Destination zu stärken – als Reiseziel aber auch als Lebensraum.“

Alleinstellungsmerkmale sind im globalen Wettbewerb ein zentraler Faktor – der Kulturtourismus kann in Österreich einiges beitragen, so das abschließende Resümee der Beraterin.

 
 
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