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27 November
 
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Next Generation für Destinationen

Ein Destinationsentwicklungs-prozess, um die "Next Generation" in die Entwicklung der Destination zu integrieren
Wie lässt sich die nachkommende Tourismusgeneration in die Entwicklung von Destinationen einbinden und das Zusammenspiel zwischen den Jungen und den erfahrenen Touristikern verbessern? Kohl & Partner hat Destinationsmanager und Vertreter der nachkommenden Generation in Tourismusdestinationen interviewt und einen neuen Ansatz entwickelt. Die erste praktische Umsetzung in einer österreichischen Destination mit rund 2 Mio. Nächtigungen zeigt positive Wirkung und das wird auch seitens der beteiligten Personen bestätigt.



Die Jungen auf der Suche nach Perspektiven

Im Alpenraum haben sich in den letzten Jahrzehnten bis heute hochentwickelte touristische Destinationen gebildet. Dies bringt für die nachkommende Tourismusgeneration eine andere Ausgangslage gegenüber den Vorgängergenerationen mit sich. Speziell im Zusammenspiel der Generationen und bei der Suche nach Perspektiven kann dies auf Diskrepanzen stoßen. Um dieser Tatsache auf den Grund zu gehen, ist ein Blick in die Entwicklung der Tourismusdestinationen notwendig.

Vom Strukturdenken und Kapazitätswachstum zu Netzwerken und Teamarbeit

„Von der Produktionsorientierung in den 60er Jahren bis hin zur Qualitätsorientierung ab den 90er Jahren kennen die etablierten Generationen in den Alpendestinationen nur Wachstum. Die nachkommende Generation weiß heute nicht, wie sie damit umgehen soll“, beschreibt ein Destinationsmanager die Situation im Rahmen eines Interviews, das Bruno Leiminger von Kohl & Partner führte. Im Zusammenhang mit einem erweiterten Bildungshorizont, der Suche nach Identität und dem Streben nach Entwicklung der eigenen Fähigkeiten bzw. kreativen Potentiale führt das zu einer Herausforderung zwischen den Generationen, speziell in Hinsicht auf die intrinsische Motivation und die Perspektiven der nachkommenden Generation.

Als Ergebnis aller geführten Interviews kann festgehalten werden:
  • Junge Akteure sehen ihre Zukunft in Tourismusdestinationen und wollen langfristig etwas bewegen
  • Speziell wird die Chance zu vermehrten Netzwerken und Teamarbeit gesehen
  • Es fehlt an Plattformen, wo sich die Jungen ernsthaft einbringen können
Offensichtlich macht sich unter den Jungen in einer Destination das Bewusstsein breit, dass bisher die Motivation über Kapazitätswachstum erfolgte und in Zukunft die Motivation eher über das gemeinsame Agieren in Netzwerken, um andere Wirkungen zu schaffen, gesehen wird.

„Next Generation Destinationsentwicklungsprozess“ – ein Ansatz mit großer Chance
Nachfolger und Jungunternehmer aller Betriebsgrößen und –arten (Gastronomie, Hüttenwirte, Privatzimmervermieter, Hotel, Gasthaus, Bauernhof, Handel und Gewerbe, Schischulen, …) bzw. potentielle Kandidaten aus Schulen/Bildungsanstalten und anderen Branchen

Wie lässt sich diese intrinsische Motivation der „Next Generation“ in einer Destination wecken? Wie kann man den Jungen eine Chance zur Selbstverantwortung geben? Wie organisiert man einen Destinationsentwicklungsprozess, in dem diese Jungen im Austausch Gleichgesinnter mit ähnlicher Ausgangslage eingebunden werden? Kohl & Partner hat dafür einen Ansatz mit folgender Vorgangsweise entwickelt:

  1. Aufspüren junger Menschen mit Gestaltungswillen in der Destination (Nachfolger und Jungunternehmer aller Betriebsgrößen und –arten, engagierte Junge aus Schulen und anderen Branchen, Alter ca. 20 – 30).
  2. Potentielle „Zugpferde“ vorselektieren – Bereitschaft und Kommittent aus Überzeugung für die Initiative absichern (schriftlich).
  3. Dialogischen Prozess mit professioneller, zielorientierter Begleitung sicherstellen (Prozess- und Fach-Know-How der Moderation ist ein Muss).
  4. Inhaltliche Themen werden im Vorfeld nicht definiert, folgende Fragestellungen stehen aber im Vordergrund:
    • Was gefällt der „Next Generation“ und was gefällt ihr nicht an der touristischen Entwicklung in der Tourismusdestination
    • Wo sieht die „Next Generation“ die Perspektiven sich für die Entwicklung in der Destination einzusetzen?
    • Wo sieht die „Next Generation“ Veränderungsbedarf in Bezug auf die historisch gewachsenen Strukturen, Konzepte und Denkmuster?
    • Was kann die Nachwuchs-Riege heute schon tun, um sich die Destination für 2030 vorzubereiten bzw. welchen Beitrag will die „Next Generation“ zur Entwicklung in der Destination setzen?
    • Welche Wünsche hat die „Next Generation“ an die derzeitigen Entscheidungsträger für die weitere Entwicklung in der Destination?
    • Anmerkung: Inhalte immer aus zwei Blickwinkeln betrachten:
      • Blickwinkel 1: Wo können die am Prozess Beteiligten Jungen mittelfristig Selbstverantwortung übernehmen und die Entwicklung selbst beeinflussen? (z.B. gemeinsame Aktionen für Weiterbildung und neue Impulse - gemeinsame Events, Exkursionen usw.)
      • Blickwinkel 2: Was dient als Vorbereitung für die Zukunft und als Denkanstoß für die Entscheidungsträger? (z.B. offene Diskussion und kritische Auseinandersetzung ohne Einschränkungen mit dem Status Quo, bestehenden Konzepten, Strukturen, Mentalitäten und dem Zusammenspiel der Kräfte usw.).
  5. Reflexion mit erfahrenen Touristikern: Austausch der Jungen mit einer Gruppe erfahrener Touristiker über inhaltliche Ergebnisse (destinationsintern, aber auch extern) sicherstellen.
  6. Überarbeitung der Ergebnisse durch die Jungen auf Basis der Diskussionen mit den erfahrenen Touristikern.
  7. Würdige Start-(Impuls-) Veranstaltung und Schlussveranstaltung mit Präsentation und Diskussion der Ergebnisse mit anschließender Feier.
Als Voraussetzung muss vor dem Start des Prozesses der „Next-Generation“ Destinationsentwicklung gesichert sein, dass die derzeitigen Entscheidungsträger auf betrieblicher und öffentlicher Ebene voll hinter dieser Initiative stehen, einen finanziellen Beitrag leisten und ein deutliches Bekenntnis ablegen, die Ergebnisse der Arbeiten einzubauen.

Erste Erfahrungen zeigen sehr positive Wirkung

Nachdem der erste „Next Generation“ Destinationsentwicklungsprozess erfolgreich in Gang gesetzt wurde, bestätigen die Rückmeldungen der beteiligten Vertreter der „Next Generation“ eine positive Wirkung:

"Ich bin sehr froh, dass alle Vertreter der „Next Generation“ gleich denken und freue mich zugleich, dass alle an einem Strang ziehen wollen. Faszinierend hab ich gefunden, dass es eine richtige Bewegung in der Region ausgelöst hat – (wer war da dabei? warum war ich nicht dabei?,...). Es hat sich zu etwas Besonderem entwickelt und das hat die Beteiligten sehr motiviert."

„Uns ist allen bewusst geworden, dass die „Next Generation“ zusammenhalten muss und dass wir gemeinsam die Zukunft von unserer Destination weiterentwickeln können. Dieser „Next Generation“ Destinationsentwicklungsprozess hat eine Art Aufbruchsstimmung voller Motivation ausgelöst.“

„Es hat mich sehr beeindruckt, dass 95% der eingeladenen Vertreter der „Next Generation“ teilgenommen haben, alle sehr offen und tolerant waren und die lebendige und professionelle Moderation sehr viel zum konstruktiven Fortschritt und unserer Motivation beigetragen hat! Ich finde, dass uns Jungen dieser Prozess sehr zusammenschweißt und dass dieses Gefühl: „Wir ziehen alle an einem Strang“ wieder zur Geltung kommt! Nur so geht’s weiter und im „Rudel“ werden wir hoffentlich auch von unseren geschätzten „Oldies“ besser gehört und verstanden.“

„Gerne bin ich bereit mich laufend an diesem Prozess zu beteiligen und kreativ mitzuwirken und bin sehr dankbar, wenn uns der TVB und externe, neutrale Entwicklungspartner wie Kohl & Partner unterstützen und begleiten, da wir es selbstständig nur schwer schaffen uns untereinander auf solche Treffen und einen solchen Prozess zu verständigen, um auch nachhaltig davon zu profitieren.“

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