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24 September
 
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Inszenierung der Bergwelt oder „Verkitschung“ der Natur?

Welches attraktive Angebot zieht Gäste in die Höhen der Berge oder nach draußen in die Natur? Genügen die natürlich gegebenen Schätze? Oder sind künstliche Erlebniswelten notwendig? Diese Fragen stellen sich verantwortliche Touristiker in den Destinationen. Wir versuchen eine Antwort.
Mann, Frau und Kinder genießen den Urlaub unter anderem in und durch die Natur. Im Sommer flüchten Gäste nicht auf die Berge, um der Sommerhitze zu entkommen – es ist das attraktive Angebot, das sie in die Höhe zieht. Touristiker sprechen bei diesen Angeboten von gezielter Inszenierung, manche andere von „Verkitschung“
Was ist nun richtig? Und wie viel „Kitsch“ braucht die Natur, um zukünftig für Gäste attraktiv zu sein?

Die Alpentäler und Bergregion brauchen Attraktionen – und eben nicht nur im Winter, wenn alpines oder nordisches Skifahren gefragt sind, sondern auch im Sommer oder in den – häufiger werdenden – Schnee-armen Wintern.
Die Herausforderung bei vielen Destinationen besteht nun darin, attraktive Angebote in der Natur zu entwickeln, die buchungsentscheidend sind und den Flachlandmitbewerbern im Sommer standhalten.
Auf der Suche nach Highlights orientieren sich manche an internationalen Beispielen im Entertainmentbereich (zum Beispiel Freizeitparks) und übertragen diese adaptiert in die Bergwelt. Solche identitätsfremden Attraktionen werden dann schnell als „Disneyland“ in den Bergen bekämpft, wobei in der Diskussion vielfach zu stark „schwarz/weiß“ argumentiert wird. Die einen vertreten die Inszenierung, während die anderen davon ausgehen, dass die Schönheit der Natur reichen muss.

Warum sind Naturinszenierungen für Gäste überhaupt notwendig? Einige Gründe:

- Die Natur erklärt sich nicht von selbst und erzählt auch nicht von der Geschichte der Region.
- Gäste von heute wollen kurz und einfach etwas über die Region erfahren, nicht aber seitenweise Literatur lesen,
um die Natur und die Geschichte der Region kennenzulernen.
- Natur und Berge allein sind nur bedingt buchungsentscheidend.
- Gäste von heute – insbesondere Kinder – haben es gelernt, unterhalten, ja eigentlich animiert zu werden.
- Sie bekommen Anreize, etwas zu tun, und sind diese Vorgehensweise vielfach gewohnt, sei es bei Computerspielen, bei interaktiven Erlebniswelten oder dergleichen. Natur und Berge bergen (schwer einschätzbare) Gefahren. Viele Menschen tun sich schwer, selbst spannende Dinge in den Bergen zu entdecken und auch Kindern den erforderlichen Spielraum zu geben, um einen Spaziergang oder eine Wanderung zu einem Erlebnis werden zu lassen. Oftmals mit gutem Recht, da viele sehr behütete Kinder in der heutigen Generation die Gefahr schwer einschätzen können, da sie es nicht gewohnt sind. Für diese Zielgruppen ist es erforderlich, in den Bergen überschaubare und abgegrenzte „Spielbereiche“ zu haben, um Unfälle zu vermeiden.

Zusammengefasst kann festgehalten werden, dass es viele Menschen (insbesondere aus urbanen Regionen) nicht gewohnt sind, in den Bergen allein entsprechende Erlebnisse zu finden, die Mann, Frau und Kind zufriedenstellen. Wie schafft man es nun, die verborgenen Besonderheiten der Natur erkennbar und nutzbar zu machen?
Wie können touristische Destinationen und Bergbahnen den Gästen Natur und Berge näher bringen, ohne dass es zu einer „Verkitschung“ der Natur kommt?

• Regel Nr. 1: Nur in erschlossenen Regionen bzw. auf erschlossenen Bergen.
• Regel Nr. 2: Keine „aufgesetzten“, identitätsfremden Attraktionen, sondern punktuell sensibel verstärken, was da ist dem Gast näher bringen.
• Regel Nr. 3: Binden Sie bereits vor und in der Planung eine breitere Basis (der Bevölkerung) mit ein.
• Regel Nr. 4: Suchen Sie sich ein Thema der Region und kopieren Sie nicht.
• Regel Nr. 5: Zonierung. Punktuelle Attraktionszonen (Spannung) und naturbelassene Zonen (Entspannung) klar trennen.
• Regel Nr. 6: Interaktive Stationen als Erlebniselemente, bei denen es etwas zu suchen, zu raten, zu bewegen oder zu genießen gibt – möglichst alle Sinne ansprechen.
• Regel Nr. 7: Geschichten erzählen (Storytelling/Storyline) – klarerweise über die Region, über eine wahre Begebenheit oder aber auch eine Sage.
• Regel Nr. 8: Denken Sie gesamthaft – auch die Gastronomie, etwaige Einkaufsmöglichkeiten und andere Angebotsbestandteile sollten stimmig in das Gesamtangebot eingepasst werden.
Diese Punkte zu berücksichtigen bedeutet, eine gute Basis in einer breit akzeptierten und attraktiven Inszenierung der Bergerlebnisse gelegt zu haben.

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