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23 September
 
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Hotelmarktreport Wien

Touristische Nachfrage gibt sich auch im ersten Halbjahr 2013 keine Blöße
Die Tourismusrekorde in Wien gehen weiter. Auch für das 1. Halbjahr konnte wiederum ein Nächtigungsrekord vermeldet werden, wobei insb. die Monate März und Mai zur positiven Bilanz beitrugen. Analog zur Nächtigungsentwicklung steigen auch die Zimmerkapazitäten weiter an. Allein im 1. Halbjahr 2013 eröffneten rund 1.200 neue Zimmer. Der Druck auf die Nachfrage ist also weiterhin geben. Eine Nachfragepause darf sich der Wiener Tourismusmarkt nicht erlauben, um auf einzelbetrieblicher Ebene keine massiven Einbrüche erleiden zu müssen. Vergleicht man die Wachstumsraten mit den wichtigsten deutschen Städtemetropolen kann Wien im 1. Halbjahr nicht
ganz Schritt halten.

Bis zu 60% mehr Nächtigungen pro Monat im 10-Jahres Vergleich

Wieder kann der Wiener Tourismus ein Halbjahres-Rekordergebnis mit 5,7 Millionen Nächtigungen verzeichnen (+3,0% oder +196.325 Nächtigungen im Vergleich zu den ersten sechs Monaten des Vorjahres). Jedoch hat sich die starke Wachstumsentwicklung der letzten Jahre im 1. Halbjahr leicht eingebremst. Im Januar und April wurden weniger Nächtigungen als im Vorjahr registriert. März und Mai hingegen kompensierten mit sehr guten Ergebnissen die beiden schwächeren Monate.

Im 10 Jahres Vergleich konnten die Nächtigungen in allen Monaten der ersten Jahreshälfte um mindestens 41% bis maximal 60% gesteigert werden. „Wien hat sich in den letzten 10 Jahren zu einer echten Ganzjahresdestination entwickelt. Vor allem in den schwächeren Monaten Januar und Februar gab es überdurchschnittliche Zuwächse. Diese Entwicklung ist mitunter auch der professionellen Arbeit des Wien-Tourismus zu verdanken“ so Hautli, Geschäftsleiter des Wiener Büros von Kohl & Partner. Die Wachstumsraten stellen Wien aber auch vor Herausforderungen. „Sollte sich diese Entwicklung in den nächsten Jahren fortsetzen wird Wien buchstäblich aus allen Nähten platzen. Dabei geht es nicht nur um Kapazitätsengpässe am Flughafen Wien durch eine fehlende dritte
Landebahn sondern auch um hochfrequentierte Sehenswürdigkeiten oder die Wiener Innenstadt“, erläutert Hautli. In der ersten Jahreshälfte 2013 eröffneten fünf neue Hotels mit rd. 1200 Zimmern und insgesamt 2.850 Betten. Darunter finden sich namhafte Projekte wie das Palais Hansen Kempinski oder die Fertigstellung des 25hours Hotels. Auch am neuen Hauptbahnhof erwarten bereits die ersten Hotels ihre Gäste. Im Jahresverlauf stehen dem Hotelmarkt Wien weitere Hoteleröffnungen bevor. Verteilt über alle Kategorien werden neun neue Hotels ihren Betrieb aufnehmen und das Angebot um zusätzliche 1.050 Zimmer erweitern.

Von 2003 bis 2012 hat sich die Beherbergungskapazität am Wiener Markt durch Zuwachs von rd. 7.500 Zimmer um ein Drittel erhöht (+ 34,9%). Dies entspricht einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von rd. 3%. In der gleichen Zeit sind die Nächtigungen um rd. 54,2% (2003-2012) gestiegen. Auf Basis einer von Kohl & Partner durchgeführten Hochrechnung erläutert Hautli: „Die starke Nachfrage kann momentan die steigenden Kapazitäten noch bedienen auch wenn nicht alle Kategorien gleichermaßen profitieren. Um die Auslastung auf dem aktuellen Niveau halten zu können, müssen aber bis 2014 die Übernachtungen im Vergleich zu 2012 um rd. 10% auf 13,4 Millionen gesteigert werden. Dies entspricht absolut rd. 1,2 Millionen zusätzlichen Nächtigungen“.

Wien im 1. Halbjahr 2013 hinter deutschsprachigen Top-Metropolen zurück
Im Vergleich mit den drei deutschen Top-Tourismusmetropolen Berlin, Hamburg und München zeigt sich, dass Wien bei den Wachstumsraten im 1. Halbjahr zurückliegt. Trotz ähnlicher saisonaler Nachfrageschwankungen weisen die deutschen Städte in jedem Monat des Jahres 2013 deutliche Nächtigungszuwächse auf. Wien hingegen konnte im Januar sowie im April 2013 nicht an die Vorjahresmonate anknüpfen. „Trotz guter Wachstumsraten bei der Nachfrage kämpft man auch in Metropolen wie z.B. Berlin mit einem stark wachsenden Angebot und einem dadurch verschärften Preiskampf“, weiß Hautli. „Berlin wie Wien weisen einen sehr hohen Anteil an Leisure Touristen auf,
die traditionell preissensibler sind. Die Situation in München ist durch das sehr gute Messegeschäft, die vielen internationalen Business-Headquarter sowie den „Ausnahmewochen“ Oktoberfest eine andere“.

Wien ist weiterhin auf eine sehr gute Nachfrageentwicklung angewiesen
Durch die steigende Nachfrage werden die neuen Zimmer bislang noch gefüllt, auch wenn es je nach Kategorie Unterschiede gibt. Betrachtet man die letzten 10 Tourismusjahre in Wien sowie den anhaltenden Städtereiseboom scheint der weiteren positiven Nächtigungsentwicklung kein Ende gesetzt. Sicher ist aber auch, dass durch die neuen Kapazitäten der Preiskampf bestehen bleibt. „Hier befindet sich die Wiener Hotellerie im europäischen Vergleich ohnehin schon im hinteren Mittelfeld“.
 
Quellen: Recherche Kohl & Partner, Wien Tourismus, Visit Berlin, Landeshauptstadt München, Hamburg Tourismus
Hotelmarktreport Wien
 
 
Auch die Kapazitäten steigen weiter an.
Hotelmarktreport Wien
 
 
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