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14 Dezember
 
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Handel und Tourismus, Stadt und Land - ein gutes Gespann

„Handel im Wandel – Tourismus im Fluss “ lautete das Thema des diesjährigen Tourismustages des Touristischen Aktionsbündnisses Nördlicher Schwarzwald (TANS), der am 17. November 2015 im KUBUS in Nagold stattfand. Die Teilnehmer ließen sich vom Zukunftsinstitut die neuesten Trends im Handel erläutern bevor es mit speziellen Brillen auf Stadterkundung in Nagold ging.
Handel und Tourismus, Stadt und Land               - ein gutes Gespann
 
 
Foto: Werner Klein-Wiele, Referenten, Verantwortliche sowie Schwarzwald-Botschafter Hansy Vogt mit „Gastbrille“ unterwegs
Rund 70 Teilnehmer, Bürgermeister und Repräsentanten aus den Nordschwarzwaldgemeinden, Touristiker und Hoteliers, waren der Einladung der IHK und dem Aktionsbündnis gefolgt, die Verbindungen von Handel und Tourismus, von Stadt- und Tourismusmarketing, am 3. Tourismustag zu diskutieren. Alexander Seiz, Geschäftsführer von Kohl & Partner Stuttgart, moderierte gekonnt durch den spannenden Tag.

In der Begrüßung stellte Bürgermeister Hagen Breitling dar, wie die Stadt Nagold mit dem Stadtumbau im Rahmen der Landesgartenschau 2012 und durch einen engen Dialog mit den Händlern ein neues Citymarketing auf die Beine gestellt haben. Kleine serviceorientierte und familiengeführte Einzelhändler, ein Gestaltungskonzept und eine jahrelange abgestimmte Stadtentwicklung formten einen attraktiven Stadtkern.

Handel und Tourismus – ein gutes Gespann

In einem kurzen Impulsinput erläuterte Seiz, wie Tourismus und Handel zusammengehören, sich ergänzen und voneinander profitieren können: Einer Studie zu Folge besteht die liebste Urlaubsaktivität der Deutschen (67 %), darin Ausflüge zu machen – die sie insbesondere auch in die Städte am und in der Nähe ihres Urlaubsorts führen. Der Einkaufsbummel, der die Touristen häufig direkt in die Innenstädte führt, steht mit 57 % an vierter Stelle. Immerhin noch 35 % der Deutschen besuchen Museen und Sehenswürdigkeiten, die oftmals auch in Innenstädten zu finden sind. Insofern proftiert der Tourismus klar vom Handel, speziell dem lokalen Einzelhandel.

Aber auch umgekehrt profitiert der Handel vom Tourismus: Im Nördlichen Schwarzwald geben Übernachtungsgäste und Tagesbesucher beispielsweise ca. 2,3 Mrd. Euro aus, davon 750 Mio. € allein im Einzelhandel, was 32,3% dieser Ausgaben entspricht. Tages- und Übernachtungsgäste sind also eine interessante Kundschaft für den Handel und tragen zur Umsatzgenerierung bei. Außerdem kann der Tourismus auch zur Belebtheit der Innenstädte beitragen und macht damit eine Stadt attraktiv.





Handel der Zukunft
Mit Spannung erwartet wurde der Vortrag von Teresa Schleicher vom renommierten Zukunftsinstitut Frankfurt. Passend zum Thema „Handel im Wandel“ referierte sie über aktuelle gesellschaftliche Trends sowie deren Auswirkungen auf den Handel. Obwohl ihr Beispiele aus New York, Frankfurt und Berlin als Vorzeigemodelle dienten, zündete sie ein Feuerwerk der Aufmunterung, bei der Belebung der Innenstädte neue Wege zu wagen. Denn auf Kreativität, Identität und Engagement kommt es überall an – nicht nur in den großen (Welt)Städten, sondern auch in den „kleineren“ Kommunen, um diese lebens- und liebenswert zu machen und so den Gast an eine Region zu binden. Insbesondere Kommunen mittlerer Größe könnten die aktuellen Wünsche nach Individualität und Authentizität ebenso erfüllen wie den Drang zu städtischem Leben. Denn trotz des Megatrends zur Urbanisierung schlummert in vielen Menschen auch die Sehnsucht nach dem Landleben in kleinen, besonderen Städtchen.

Nagold mit der Gastbrille
Auch wenn Gast und Kunde heutzutage ständig digital vernetzt und global unterwegs sind: Sie mögen sie durchaus – Regionalität, lokale Einkaufserlebnisse und eine tolle Atmosphäre. Nagold ist eines dieser Städtchen, in denen diese Attribute besonders gut erfahrbar sind. Dies konnten die Kongressteilnehmer im Rahmen eines geführten und von Handels- und Tourismusexperten begleiteten Rundgangs selbst erleben: Mit bunten Brillen auf der Nase machten sie sich auf den Weg, die Nagolder Innenstadt unter den Gesichtspunkten Gastronomie, Infrastruktur/Citymarketing und Einzelhandel mit den Augen des Gastes zu betrachten. In der abschließenden Runde wurden die erarbeiten Ergebnisse vorgestellt und weitere Verbesserungsvorschläge gesammelt. Doch waren sich die Exkursionsteilnehmer unterm Strich darin einig, dass die Stadt Nagold mit ihrem Geist und Ambiente bereits jetzt einen starken Gegenpool zu Ballungsräumen und Outlet-Cities auf der grünen Wiese darstellt.
Gegen letztere Konkurrenz im Handel, so ist Christopher Krull, Geschäftsführer der Schwarzwald Tourismus GmbH, überzeugt, können sich insbesondere Städte behaupten, deren persönliche, unverwechselbare Atmosphäre ebenso wie deren Tradition praktisch an jeder Ecke spürbar ist und die diese Attribute mit einer regionaltypischen Küche kombinieren.

 
 
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