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29 Juni
 
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Die Innovatoren DNS

Wie kann ich innovative Menschen für mein Unternehmen finden? Und wie kann ich selbst innovativer werden? Diese Fragen beschäftigen Top-Führungskräfte, die wissen, dass das Geheimrezept für den Geschäftserfolg in der Fähigkeit zum Erneuern besteht.
Die Innovatoren DNS
 
 
Was sind die Fundamente kreativen Denkens? Die meisten innovativen Unternehmer wie Steve Jobs (Apple) oder Jeff Bezos (Amazon) unterscheiden sich durch fünf Entdeckerqualitäten von anderen Führungskräften. Diese Qualitäten lassen sich durch konsequentes Training erlernen.

5 Qualitäten, die in der DNS der Innovatoren enthalten sind:

1. Hinterfragen:
Innovatoren handeln anders. Innovatoren hinterfragen die bestehenden Verhältnisse, um sie aufzubrechen und um neue Möglichkeiten zu ersinnen. Sie fragen „Warum?“, „Warum nicht?“ und „Was wäre, wenn?“.Die meisten Manager konzentrieren sich darauf zu verstehen, was man tun kann, um gegebene Prozesse – den Status quo – ein wenig zu verbessern („Wie können wir den Verkauf des Produkts XY in Deutschland steigern?“). Innovative Unternehmer und Manager hingegen neigen dazu bestehende Annahmen infrage zu stellen („Wenn wir die die Bestandteile des Produkts deutlich reduzieren, in welcher Weise Weise würde dies wohl seinen Nutzwert verändern?“). Dies könnte beispielsweise auch bei bestehenden Produkten in touristischen Destinationen funktionieren.


2. Beobachten:
Sie beobachten Kunden, Lieferanten, Mitbewerber oder andere Unternehmen sehr genau und entdecken dabei winzige Verhaltensdetails, die Hinweise auf neue Möglichkeiten enthalten, bestimmte Dinge zu tun. Dabei überzeugen sie sich selbst, gehen hin und überprüfen. Gerade im Tourismus haben wir unsere Gäste relativ lange in der Destination und können sehr gut durch Beobachtung lernen. Wie verhalten sich die Gäste wenn sie die angebotenen Attraktionen besuchen, was wird angenommen, was nicht? Was fehlt? Welche Probleme tauchen auf, für die Lösungen entwickelt werden können? Welches Feedback geben sie auf den diversen Plattformen? Was wird auf Instagram gepostet? Aber auch: Was erzählen unsere Lieferanten von Mitbewerbern? Womit beschäftigen sich unsere Mitbewerber aktuell?


3. Experimentieren
Durch unablässiges Experimentieren und Ausprobieren streben sie danach, neue Erfahrungen zu machen und die Welt zu erforschen. Und sie lernen sehr schnell und adaptieren ihre Leistungen und Produkte. Im Tourismus werden selten Prototypen gebaut, um zu sehen, wie etwas aussehen könnte, das am Markt angeboten wird. Schnelle Tests von Produkten wären im Internet, auf den Websites der Tourismusorganisationen leicht und unkompliziert möglich. Aber auch neue Angebote im Dienstleistungsbereich wären über einfaches „Ausprobieren“ rasch überprüfbar – beispielsweise geführte Touren, Gästebetreuungsprogramme, etc. ebenso wie neue Technologien wie z.B. Virtual Reality Brillen mit aktuellen Filmen sind im Informationsbüro oder auf Messen experimentell relativ rasch einsetzbar.


4. Vernetzen
Die Vernetzung mit Menschen unterschiedlicher Herkunft aus den verschiedensten Tätigkeitsbereichen eröffnet radikal neue Perspektiven. Gerade im Tourismus tut es gut, immer wieder über den Tellerrand zu schauen und neue Blickwinkel durch den Austausch mit anderen Branchen und unterschiedlichen Persönlichkeiten zu erlangen. Wie sieht jemand aus der IT-Branche, aus der Industrie oder dem Lebensmittelhandel unser Business? Welche Erkenntnisse ergeben sich daraus? Die besonders in den Städten boomenden Co-Working-Spaces sind Beispiele für Quellen von Innovationen und Kreativität, wo unterschiedlichste Persönlichkeiten und Berufe aufeinandertreffen und im Austausch voneinander lernen. Im Tourismus sind die Chancen der Vernetzung groß – nicht nur in den diversen Kooperationen, auch und immer häufiger in Cross-Marketing-Partnerschaften mit Partnern aus der Industrie (Beispiel Automobil und Tourismusorte, Sportartikel und Destinationen etc.) bieten sich Gelegenheiten der kreativen Vernetzung und Befruchtung.


5. Verknüpfen
Innovatoren denken anders. Die vier skizzierten Handlungsmuster und ihr Zusammenspiel bilden den Nährboden für ein Denken jenseits der gewohnten Bahnen. Innovatoren verknüpfen scheinbar unverbunden nebeneinander stehende Phänomene, um auf diese Weise zu neuen Einsichten und Konzepten zu gelangen. Diese Fähigkeit ist ein Kernstück der Innovatoren-DNS. Der Unternehmer Frans Johansson beschrieb dieses Phänomen als „Medici-Effekt“. Er bezog sich dabei auf die kreativen Ausbrüche in Florenz, die dadurch herbeigeführt wurden, dass die Familie Medici Menschen aus einem breiten Spektrum von Bereichen zusammenbrachte: Bildhauer, Wissenschaftler, Schriftsteller, Philosophen, Maler und Architekten. Als diese Einzelpersönlichkeiten aufeinandertrafen, sprossen an den Schnittstellen ihrer jeweiligen Fachbereiche neue Ideen, die zusammengenommen die Renaissance begründeten. Eine der erfindungsreichsten Epochen der Geschichte.

Die weltweit innovativsten Unternehmen gedeihen, indem sie Kapital aus den divergierenden Verknüpfungen ihrer Gründer, Führungskräfte und Mitarbeiter schlagen. Beispielsweise eröffnete Pierre Omidyar 1996 das elektronische Auktionshaus Ebay, nachdem er drei separate Punkte miteinander verbunden hatte: erstens einen leidenschaftlichen Drang zur Schaffung effizienterer Märkte, weil er Mitte der 90er Jahre vom Börsengang
eines begehrten Internetunternehmens ausgeschlossen worden war; zweitens den Wunsch seiner Verlobten, schwer aufzutreibende PEZ-Box-Sammlerstücke zu finden (PEZ-Boxen sind originelle Bonbonspender der Marke PEZ); und drittens die vergebliche Mühe, solche Gegenstände über lokale Anzeigen ausfindig zu machen.

Wie können nun Manager von Tourismusorganisationen diese Tugend erlernen und wie können sie aktiv unterschiedlichste Ideen, Probleme oder Fragestellungen verbinden? Beispiele von erfolgreichen Top-Unternehmern im Tourismus zeigen, dass sie sich bewusst und gerne mit anderen Branchen auseinandersetzen. Und von diese über Gespräche, der Teilnahme an Nicht-Touristischen Fortbildungs-veranstaltungen, den Besuch von Fachmessen anderer Branchen, Exkursionen etc. lernen. Aber auch die Zusammensetzung des Teams der DMO kann bereits dazu beitragen, unterschiedlichste Kulturen und Disziplinen zu verknüpfen und so Impulse für Innovationen zu erhalten.


Quelle: Angelehnt an Harvard Business Manager, 2010. Die Innovatoren DNS.
 
 
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