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12 Juni
 
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Destination der Zukunft

Was touristische Destinationen in Zukunft erfolgreich macht
Jeder Manager oder Unternehmer ist auf der Suche nach der Genetik des Erfolgs. Es wäre wunderbar, eine allgemeingültige Erfolgsformel für Hotels oder Tourismusdestinationen zu finden. Der Erfolg ist meist ein Puzzle – auch der Misserfolg. Nachfolgend werden aufbauend auf aktuellen Erkenntnissen aus Forschung und Praxis 9 Thesen abgeleitet, die ein mögliches Bild der Destination der Zukunft zeichnen.

9 Thesen für den Erfolg in Tourismusdestinationen

1. Die Destination der Zukunft verfügt über intakte Natur und attraktive Landschaft
Natur ist Kulisse und Erlebnisraum. Eine Wintersportdestination benötigt Skipisten in attraktiver Landschaft und ausreichend Schnee. Ob Bergwelt oder Strand, ob Meer oder natürliche Heilmittel – die Natur bietet die Grundvoraussetzungen und ein verantwortungsvoller Umgang damit ist die Grundlage für den nachhaltigen touristischen Erfolg.

2. Destinationen der Zukunft brauchen ein klares Profil und eine starke Marke
Nur Spitzenleistungen garantieren dauerhaften Erfolg. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, aber im Zeitalter von allgegenwärtigen Social Media-Aktivitäten von zentraler Bedeutung: nur höchste, aber leider auch geringe Zufriedenheit breitet sich rasend schnell aus. Destinationen, die dauerhaft klar positioniert sind, haben einen Vorteil gegenüber den „Gemischtwarenläden“, weil sie mehr Kraft auf eine bestimmte Leistung legen können.
Grundsätzlich sind folgende strategischen Profilierungsmöglichkeiten denkbar:

  • Für Zielgruppen:
    z.B. das familienfreundliche Dorf, das Wanderparadies etc. 
  • Mittels Schwerpunktthemen:
    z.B. Gesundheit, Skifahren, Kultur etc.
  • Über eine bekannte natürliche Gegebenheit oder ein kulturelles Highlight:
    z.B. Zermatt (Matterhorn), Sexten (Drei Zinnen), Salzburg mit den Festspielen 
  • Profilierung durch eine „Spezialität“ oder einen „Superlativ“:
    z.B. Achensee mit dem Steinöl, Chianti, das höchstgelegenste Bergdorf 

Es braucht eine klare Strategie, die die Richtung vorgibt - für die Leistungsträger, die Politik, das Marketing, die DMO selbst. Die oft zitierte Vielfalt ist gefährlich - sie taugt nicht zur Unterscheidung. Für eine starke Marke ist dies eine entscheidende Grundlage.

3. Destinationen der Zukunft brauchen starke und engagierte Unternehmer
Benötigt werden gute Unternehmerfamilien, die kontinuierlich ihre Betriebe weiterentwickeln und die nächste Generation mit einbinden. Leitbetriebe und Leuchttürme mit Vorbildwirkung nach innen und Strahlkraft nach außen. Unternehmen, die durch ihr eigenes Marketing auch wesentlich zur Bekanntheit des Ortes beitragen. Diese Unternehmerfamilien brauchen – trotz ihrer Stärke – Unterstützung der DMO und der Gemeinden; sie sind es letztendlich, die den „touristischen Karren“ ziehen.



4. Destinationen der Zukunft brauchen eine starke, funktionierende Infrastruktur und/oder Events mit Lokomotiv-Wirkung
Infrastruktureinrichtungen können so manchen Mangel der Natur wettmachen. Sie können Leuchtturmwirkung haben, überregionale Marketingstrahlkraft bewirken und verbindende Kraft haben. Beispiele sind Bergbahnen, Nationalparks, Thermen, zertifizierte Weitwanderwege oder Radwege wie beispielsweise der Rothaarsteig, der Donauradweg, der Alpe-Adria Trail, der Adlerweg oder Events mit Strahlkraft wie die Bregenzer Festspiele oder Sportevents..

5. Destinationen der Zukunft bündeln ihre Kräfte
Es gibt keine bessere Strategie, als seine Kräfte zusammenzuhalten. Am besten gelingt das, wo ein kompaktes Führungsnetzwerk der Entscheider der Destination mit starker Kunden-orientierung Leistungen entwickelt und sich nicht nur mit sich selbst beschäftigt.
Kräfte bündeln bedeutet Netzwerke bilden und Zusammenarbeiten, auch:
  • entlang der Dienstleistungskette auf Basis von strategischen Schwerpunktthemen 
  • bei Marketingaktivitäten und im Vertrieb.

6. Destinationen der Zukunft brauchen Spitzenleistungen und setzen auf Qualität
Natürlich kann nicht jede Region überall Spitze sein. Aber zumindest in einigen Bereichen muss Herausragendes geboten sein, um wahrgenommen zu werden. Spitzenleistungen kommen oft über individuelle unternehmerische Leistungen, können aber auch durch konsequentes Arbeiten an Selbstverständlichkeiten entstehen.

7. Destinationen der Zukunft brauchen Innovationen und konsequente Produktentwicklung
Um am Lebenszyklus nicht abzufallen, sind regelmäßige Impulse erforderlich. In jeder Saison kleinere Verbesserungen und Neuigkeiten und alle drei bis vier Jahre größere Innovationen. Dazu kann ein systematisches Innovationsmanagement beitragen. Um innovativ zu sein, müssen sehr oft auch „alte Zöpfe“ abgeschnitten werden.

8. Destinationen der Zukunft setzen auf einen professionellen zeitgemäßen Vertrieb
Ein Forschungsprojekt in Bayern und Österreich bestätigt, dass die Gäste eigene Buchungs-plattformen der Destinationen bevorzugen. Generell liegt die Zukunft des Vertriebs im Online-Bereich – hier wird ein effizientes Multi-Channel-Management neben einer effizienten eigenen Plattform mit entscheidend werden. Die Vermieter und Anbieter der Region müssen dabei aktiv mitwirken und den Auftritt auf der Destinationsseite genauso akribisch pflegen und aktuell halten, wie die eigene Webseite.

9. Destinationen der Zukunft gestalten den Lebensraum der Einheimischen und erreichen so eine positive Tourismusgesinnung
Erfolgreiche Destinationen besitzen einen hohen Lebensqualitätsindex. Nicht mehr der Ort alleine ist das Ziel, sondern die Erfahrungen, die dort gemacht werden. Investitionen und Kommunikation müssen sich daher zuerst an Bewohner richten und nicht nur an Touristen. Funktionierende Standorte bzw. Tourismusorte geben Einwohnern wie Gästen eine Identifikationsebene.
 
 
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