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25 Juni
 
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Der Tourismuswandel und seine Tücken

Anhand der Übernachtungsstatistiken kommen einem bei so manchem Kurort die Tränen. Touristiker sind im Dilemma es allen Recht zu machen. Die unterschiedlichen Bedürfnisse der Leistungsträger machen die Arbeit nicht einfacher. Trotzdem gilt es der Situation proaktiv zu begegnen. Kohl & Partner zeigt mögliche Veränderungen in vier Schritten auf:
 
Viele Kurorte und Tourismusgemeinden trifft das gleiche Schicksal: Während der Tourismusmarkt sich immer schneller wandelt und neue Medien und neue Märkte die Branche von Grund auf revolutionieren, geht es mit der Veränderung in den touristischen Destinationen nur langsam vorwärts. Viele Vermieter trauern den alten Zeiten nach und sind für neue Dinge nicht zu haben. Meist zum Leidwesen der Kurdirektoren und Tourismusverantwortlichen.

Die Speckjahre sind für viele schon lange vorbei
„Die Tourist-Information vermittelt mir keine Gäste mehr“ hören wir nur zu oft in den Expertengesprächen vor Ort von den Besitzern von Pensionen und Ferienwohnungen. Schaut man in die Übernachtungsstatistiken so kommen einem bei so manchem Kurort die Tränen. Nach dem Tourismusboom der 80er und 90er Jahre ging es in den meisten klassischen Tourismusgemeinden seither permanent bergab. Wo einst viele Gäste das Kurkonzert besuchten, den Heimatabend erlebten oder den Kurpark zur Muse nutzten, ist heute Flaute angesagt. Seit vielen Jahren versuchen
Gemeinden und Touristiker mit neuen Angeboten und einer stärkeren Inszenierung dagegen zu halten. Langsam ernten sie die Früchte ihrer Arbeit und die Talfahrt wurde mancherorts gestoppt oder sogar schon in eine Trendwende umgelenkt. Doch viele Massnahmen scheitern auch an der Behäbigkeit der Vermieter vor Ort.

Viele Vermieter haben Sehnsucht nach den alten Zeiten
Das Generationenproblem macht sich immer mehr bemerkbar. Schliessen Hotels und Restaurants nicht mangels Gästen, dann oft wegen fehlender Nachfolger. Viele Tourismusgemeinden mussten seit der Jahrtausendwende Einschnitte im Bettenangebot um teilweise bis zu 50% verkraften.
Die wenigen dynamischen Betriebe im Ort, die sich auf die Marktveränderungen eingestellt haben und in den Bettenausbau investieren, können dies nicht aufholen. Insbesondere betrifft das Betriebssterben die kleinen Übernachtungsbetriebe und die Privatvermieter. In ihrer Vielzahl waren sie einst das Rückgrat des Tourismus. Nun dümpeln viele dahin, gefangen zwischen dem uneinholbaren Investitionsstau, einer glücklichen, aber rückläufigen Zahl an älteren Stammkunden und einem veränderten Markt, der sie heillos überfordert. Schnell wird dann die Sehnsucht nach alten Zeiten gross. Man fordert kurzerhand wieder Kurkonzerte und andere Aktivitäten, Spazierwege und touristische Attraktionen. Und nicht zu vergessen, einen Tourismusdirektor, der alle Gäste persönlich hofiert und viele Gäste in den Ort bringt.
„ Wenn die Welt sich wandelt und der Vermieter nicht handelt“
Touristiker im Dilemma, es allen Recht zu machen
Keine einfachen Zeiten für Touristiker und Gemeinderäte. Ein Teil der Leistungsträger wünscht sich die alten Zeiten zurück, die agileren Anbieter plädieren für ein stärkeres Marketing und eine neue Profilierung. Touristiker versuchen mit neuen Konzepten und Strategien dem Dilemma seit Jahren entgegenzuwirken. Dabei ist das Ziel, mehr Marketing zu betreiben fast unmöglich. Denn durch den Rückgang sind oft auch die finanziellen Mittel bescheidener, die ausserdem von den Unterhaltskosten der umfassenden Infrastruktur aufgefressen werden.

Aus der Erfahrung aktueller Projekte in verschiedenen Gemeinden und Regionen in Graubünden und dem Berner Oberland empfiehlt Kohl & Partner, die Situation proaktiv anzunehmen und die Veränderung in vier Schritten anzugehen:
  • 1. Schritt: Das Thema Marktveränderung intensiv mit den Leistungsträgern thematisieren und diskutieren. Es muss als erstes klar sein, ob sich die Gemeinde und ihre Leistungspartner auf die neuen Rahmenbedingungen einlassen oder nicht. Akzeptanz der Veränderung ist ein grosses Ziel.
  • 2. Schritt: Gemeinsame Klärung der Frage „Wohin soll und kann die Reise gehen?“. Die Diskussion der Positionierung, Profilierung und einer neuen strategischen Ausrichtung ist unumgänglich. Hierfür bietet sich ein touristisches Leitbild, ein Tourismuskonzept oder eine Markenstrategie an. Es muss klar formuliert sein, was die Zielgruppen und die Schwerpunktthemen der Tourismusgemeinde sind.
  • 3. Schritt: Die Infrastruktur überdenken und anpassen. Dies kann nur gelingen, wenn die Positionierung definiert ist. Es ist ein Unterschied, ob ich ein aktiver Wanderort für ‚Best Ager’ oder der klassische Erholungsort für Senioren sein will. Der eine braucht Wanderwege und Hütten, der andere den Kurpark und Spazierwege.
  • 4. Schritt: Für die Umsetzung der neuen Strategie braucht es die richtigen Partner. Grundsätzlich gilt es, alle ins Boot zu holen und jedem seine Aufgabe klar aufzuzeigen. Doch die tatsächliche Situation wird schnell zeigen, dass es Betriebe und Personen geben wird die Veränderung mittragen und andere, die weiter im Alltag stecken bleiben.

Fazit: Die Veränderungen praktikabel transportieren

 
 
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