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9 Dezember
 
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Der Nördliche Schwarzwald gibt touristisch Gas

Tourismustag in Bad Wildbad dokumentiert Wirtschafts- und Innovationskraft

„Immer ebbes Neues?“ war das Motto des 2. Tourismustags des Touristischen Aktionsbündnis Nördlicher Schwarzwald (TANS) am 5. November 2014 im Forum König-Karls-Bad in Bad Wildbad. Die aktuelle Studie zum Wirtschaftsfaktor Tourismus, die wirtschaftliche Wirkung des Tourismus in andere Branchen sowie die Besichtigung des neuen Baumwipfelpfades verdeutlichten die positive Aufbruchstimmung in der Region.

Rund 90 Teilnehmer, Bürgermeister und Repräsentanten aus den Nordschwarzwaldgemeinden, Touristiker und Hoteliers, waren der Einladung der IHK und dem Aktionsbündnis gefolgt, um den Status des Tourismus im Nördlichen Schwarzwald am 2. Tourismustag zu diskutieren. Alexander Seiz, Geschäftsführer von Kohl & Partner Stuttgart, moderierte gekonnt durch den spannenden Tag.

Hausherr und Vorsitzender des Aktionsbündnisses, Bürgermeister Klaus Mack aus Bad Wildbad, begrüßte die Gäste und bekräftigte die erfolgreiche Arbeit von TANS. Mehrere größere Destinationen hätten sich inzwischen gefunden und etabliert, viele Seminare und Qualitätsprojekte haben zur touristischen Attraktivierung beigetragen und stetig kommen neue innovative Angebote im Tourismus hinzu. Neueste Übernachtungszahlen zeigen einen positiven Aufwärtstrend. Der Nordschwarzwald wurde sich durch das Aktionsbündnis seiner Stärken bewusst, betonte Mack, und resümierte zufrieden: "Wenn man was tut, geht auch was!" Die Trendwende im Tourismus sei gelungen. Nun heißt es, den erfolgreichen Weg fortzusetzen.

IHK-Hauptgeschäftsführer Martin Keppler sieht die Region in einer guten Ausgangsposition und stellte eine touristische Aufbruchstimmung fest. Die IHK Nördlicher Schwarzwald wolle die prosperierende Vorzeigeregion unterstützen, die neben Natur-Höhepunkten, Nähe zur Urbanität und guter Verkehrsanbindung zahlreiche hochwertige touristische Angebote aufweist.

Gäste lassen rund 2,3 Mio. Euro in der Region
Mit Spannung erwartetes Kernstück der Veranstaltung bildete der Vortrag von Dr. Bernhard Harrer vom Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Institut für Fremdenverkehr (DWIF) in München, mit der im Auftrag von IHK und Schwarzwald Tourismus GmbH erstellten Studie zum Wirtschaftsfaktor Tourismus.

In 86 Orten mit über 1,1 Millionen Einwohnern seien Zahlen zu Tages- und Übernachtungsgästen erfasst worden. Dabei ermittelte Harrer, dass pro Jahr aktuell rund 5,8 Millionen Übernachtungen in gewerblichen Betrieben, zu zwei Dritteln in Hotels, aber auch in Rehakliniken, Ferien- oder Jugendheimen in der Region stattfinden. Auf 1,1 Milliarden summieren sich nach Harrer die Ausgaben der Übernachtungsgäste im Nördlichen Schwarzwald.

Neben diesen Urlaubern haben die rund 50,5 Mio. Tagesreisegäste große Bedeutung bei den Aufenthaltstagen wie bei den Umsätzen. Auf ca. 1,2 Milliarden Euro belaufen sich die Ausgaben der Tagesgäste. Pro Jahr werden im Nordschwarzwald damit zusammen etwa 2,3 Milliarden Euro von Gästen umgesetzt.




Vom Tourismus profitieren Viele – nicht nur Hotels und Restaurants
Profiteure des Tourismus sind nicht nur das Gastgewerbe mit Beherbergung und Gastronomie, sondern auch Einzelhandel und Dienstleistung. Neben den unmittelbar profitierenden Branchen entsteht dabei eine Wertschöpfung bei Zulieferern, vom Energieversorger bis zur Brauerei, vom Bäcker bis zum Handwerker. Nicht zuletzt beziehen fast 42. 000 Personen ihr Einkommen aus der Tourismusbranche, nicht zu vergessen den dadurch entstehenden Effekt der Steuereinnahmen, den Harrer auf rund 226 Mio. Euro beziffert.

Wie diese Effekte praktisch aussehen können belegten die von Moderator Alexander Seiz während dem Vortrag "interviewten" Leistungsträger: Rudolf Müller als Vertreter der Architekten, Eric Bayer als Betreiber der Sankenbachlodge und Outdoorveranstalter in Baiersbronn sowie Ute Märlender vom familiären Café M in Bad Wildbad. Alle drei Interviewpartner zeigten, dass Tourismus wesentlich vielschichtiger ist und Architekten, Handwerker, Bäcker und Landschaftsführer direkt mit Einkommen am Tourismusgeschäft hängen. Dr. Harrer erläuterte diese Wirkung anhand konkreter Zahlen. 44,6% der 2,3 Milliarden Euro aus dem Tourismus fließen in das Beherbergungsgewerbe. Weitere 750 Millionen Euro (32,3%) entfallen auf den Einzelhandel und 538 Millionen Euro (23,1%) auf den Dienstleistungssektor.

Innovative Angebote ziehen und schaffen Impulse
Bernd Bayerköhler von der Erlebnis AKADEMIE AG stellte in seinem Vortrag Konzept und Realisierung des Baumwipfelpfades in Bad Wildbad vor, ehe die Teilnehmer der Tagung das Highlight selbst hautnah erleben durften. Mit einer Investition von 4,5 Mio. Euro, 17 neuen Arbeitsplätzen und 45.000 Besuchern in etwas mehr als einem Monat sei der Erfolg schon jetzt klar ersichtlich. Der Standort war für ihn ein wahrer Glücksgriff. Natürlich sei die Diskussion um den Nationalpark ein Aspekt der Standortwahl gewesen. Noch mehr zählt aber für ihn das Engagement aller Beteiligten, voraus der Gemeinde, der IHK, dem Tourismus und dem Landkreis. „Sie merken als Investor schnell, ob Sie in einer Region erwünscht sind oder nicht“ war die klare Aussage von Bayerköhler hierzu. „Und wenn alle Verantwortlichen wie hier im Nördlichen Schwarzwald an einem Strang ziehen, sind schnell auch Lösungen für auftretende Schwierigkeiten gefunden.“ Und ihm hat besonders gut gefallen, dass es in Bad Wildbad ein klares touristisches Konzept gab. „Daran können wir erkennen, ob wir in die Region passen und unser Engagement nachhaltig zum Standort passt“.

Schon jetzt sei die positive Wirkung des neuen Tourismusangebotes auf den Tourismus in Bad Wildbad erkennbar, betonte Bürgermeister Klaus Mack. Viel mehr Gäste kommen seit der Eröffnung in die Stadt und beleben den Ortskern, die Geschäfte und das Umfeld. Dies bestätigte die Inhaberin vom Café M in Bad Wildbad. Sie freute sich über diesen wertvollen Impuls, der sich bei ihr im Café in bare Münze niederschlägt.

"Nur wenn die Stimmung passt, machen Investitionen Sinn", fasste Moderator Alexander Seiz das dreistündige Feuerwerk an frischen Ideen und informativen Beiträgen zusammen. Sein Fazit: "Wir müssen auch Spinniges zulassen." Jetzt sei es an der Zeit, betonte Christopher Krull, den Stellenwert des Tourismus stärker in den Köpfen zu verankern. "Die Zeit der Bedenkenträger ist vorbei", sagte der Geschäftsführer der Schwarzwald Tourismus GmbH.

Der Nördliche Schwarzwald gibt touristisch Gas
 
 
 
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