Wir verwenden Cookies für die beste Nutzererfahrung. Es werden Cookies von Dritten eingesetzt, um Ihnen personalisierte Werbung anzuzeigen. Durch die Nutzung der Website stimmen Sie der Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät zu. Informationen zu Cookies und ihrer Deaktivierung finden Sie hier.
 
 
28 September
 
Drucken

Crowdfunding – eine neue Lösung für die Co-Finanzierung (touristischer) Projekte

Die kommunalen Kassen sind klamm. Und so fehlt es an der ein oder anderen Stelle trotz ausgezeichnetem touristischem Vorhaben an der Co-Finanzierung für die Umsetzung. Oft geht es dabei nur um kleinere letzte Fehlbeträge. Crowdfunding kann hier eine sinnvolle Lösung sein, wie das Beispiel Vital-/Aktiv-Park Enzklösterle zeigt.
Crowdfunding – eine neue Lösung für die Co-Finanzierung (touristischer) Projekte
 
 
Finanzierung geht auch anders, Beispiel Vital-/Aktiv-Park Enzklösterle

Vom Kurort zum Heidelbeerdorf – vom Kurpark zum Mehrgenerationen-Spielplatz
„Was machen wir mit unserem Kurpark?“ war eine der Ausgangsfragen an Alexander Seiz vom Kohl & Partner Büro Stuttgart bei der Neupositionierung des Kurortes Enzklösterle. Nach verschiedenen Workshops war klar, es geht weg vom Kurort hin zum Heidelbeerdorf. Inzwischen ist die Neupositionierung mit dem Heidelbeerfest, dem Heidelbeerweg und vielen alten erlebbaren Waldberufen sowie dem Heidelbeerhaus in voller Umsetzung. Naturorientierte Aktivitäten wie Wandern und Radfahren stehen inzwischen deutlich im Fokus.

Statt großen finanziellen Anstrengungen zum Erhalt des klassischen Kurparks wurde folgerichtig an eine naturorientierte Belebung des Kurparks gedacht. Die Lösung im Rahmen der Reorganisation des Tourismus war die Aufwertung des Kurparks durch einen attraktiven Mehrgenerationen-Spielplatz als „Vital-/Aktiv-Park“. Es sollte ein neues Bewegungszentrum und eine Begegnungsstätte für jedermann entstehen. Auch das Thema Heidelbeere sollte sich dort in Form von Dekorationsartikeln und in der Bestuhlung wiederfinden. Der Vital/Aktiv-Park sollte ein Treffpunkt für die Bürgerinnen und Bürger, aber auch für die Gäste werden.

Crowdfunding als alternative Finanzierung wenn die kommunalen Kassen leer sind
Nach dem die Pläne für den Mehrgenerationenplatz im Kurpark in Enzklösterle durch einen Arbeitskreis entwickelt und vom Gemeinderat beschlossen wurden, fehlte nur noch die Finanzierung. Fördermittel waren über LEADER eingeplant. Aber es fehlten noch weitere Eigenmittel, da die finanzielle Beteiligung der Gemeinde auf Grund knapper Kasse nicht ausreichte. Also kam der Arbeitskreis auf die Idee, die restlichen fehlenden 10.000€ per Spenden einzusammeln. Und dies nicht nur bei den Bürgern und Unternehmen im Ort, sondern darüber hinaus und ganz modern per Crowdfunding. Bürgermeisterin Petra Nych und der Gemeinderat waren sofort begeistert und unterstützten das Vorhaben.
Als Plattform wählten die Initiatoren die Internetseite www.bw-crowd.de, auf der soziale und gesellschaftliche Projekte aus Baden-Württemberg mit einer Finanzierungssumme bis 15.000 Euro 60 Tage kostenlos eingestellt und beworben werden können. Das Ganze läuft nach dem Motto „Gemeinsam Geld sammeln und Projekte realisieren“. Für alle Projekte auf der bw crowd-Internetseite stellt die Baden-Württembergische Bank jeden Monat 1.000 Euro aus einem Spenden-Topf zur Verfügung. Leistet man einen Beitrag von mindestens 5 Euro für ein Crowdfunding-Projekt, gibt die BW-Bank einmalig 5 Euro aus diesem Topf dazu.


13.700€ in 60 Tagen durch 180 Unterstützer, Einweihung am 30. Juni 2017

In sechs Wochen wurden rund 13.700 Euro zugunsten des im Kurpark vorgesehenen Mehrgenerationenspielplatzes mit dem Arbeitstitel "Vital-/Aktiv-Park" gesammelt. Möglich wurde dies durch die intensive Werbung und Kommunikationsarbeit von Arbeitskreis und Gemeinde. Neben Flyern mit Spendenaufrufen, Veröffentlichungen in der Presse und einer eigenen Facebook-Seite wurden verschiedenste Adressdaten für eine Spendenanfrage genutzt. So kamen zuletzt über 180 Unterstützer zusammen.

Am 30. Juni 2017 feierten dann alle Beteiligten und Unterstützer das Einweihungsfest am Vital/Aktiv-Platz mit Taufe des Platzes. An den verschiedenen Stationen fanden sich viele Besucher ein und der Platz wurde emsig bespielt. Zusätzlich erhielt die Gemeinde eine Auszeichnung der Sparkasse Pforzheim-Calw für die besonders jugend- und behindertenfreundliche Gestaltung des Vital/Aktiv-Platzes.

Was ist Crowdfunding und wie funktioniert es?

Gemeinsam etwas möglich machen: Das ist die Grundidee von Crowdfunding. Zusammengesetzt aus den englischen Begriffen „crowd“ (= Menschenmasse) und „funding“ (= Finanzierung) lebt Crowdfunding vom Mitmachen. Es werden also viele kleine Einzelbeträge gesammelt, um größere Finanzierungen für Projekte zu sichern. Dabei geht es von der (stillen) Unternehmensbeteiligung, über die Rückzahlung der Zuwendung (Kredit) oder einer Sachleistung (z.B. kostenfreier Eintritt) bis zur reinen Spende. Die Kapitalgeber sind eine Vielzahl von Personen – in der Regel Internetnutzer, da zum Crowdfunding meist im World Wide Web aufgerufen wird.
Die größten und bekanntesten Crowdfunding-Plattformen sind www.kickstarter.com, www.indiegogo.com, www.startnext.com. In Deutschland und deutschsprachigen Europa sind www.100-days.net und www.betterplace.org ganz vorne mit dabei. Und natürlich sollte man immer noch schauen, ob es spezifische regionale oder landesweite Crowdfunding Initiativen oder Portale gibt, wie das Beispiel von Baden-Württemberg zeigt.
Wichtig für den Erfolg ist vor allem ein gutes und durchdachtes Projektkonzept, die Auswahl der passenden Crowdfunding-Plattform und eine ausgezeichnete intensive Kommunikation, um die entsprechenden Unterstützer zu werben und auch weiter zu informieren.

Spannende Internetseiten und Quellen hierzu:
www.crowdfunding.de
https://thueringen.tourismusnetzwerk.info/inhalte/produktentwicklung/crowdfunding/
www.htwchur.ch/fileadmin/.../Forschungsbericht_CrowdfundingTourismus.pdf
 
 
 Zurück zum Magazin 
 
Drucken