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5 April
 
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Brandenburgs innovativer Weg im Destinationsmanagement

„Innovation“ und „Beteiligung“ – diese beiden zentralen Stichworte standen am Beginn des einjährigen Entwicklungsprozesses der neuen Landestourismus-Konzeption (LTK) Brandenburg. Im Auftrag des Ministeriums für Wirtschaft und Energie (MWE) moderierte und begleitete Kohl & Partner diesen Entwicklungsprozess. Jetzt halten die Tourismusakteure des Reiselandes das neue Konzept in der Hand und beide Stichworte ziehen sich durch wie ein roter Faden. Die LTK ist in ihrem Prozess und in ihrer Funktionalität gänzlich neu und anders als die bisher bekannten Konzepte der Branche. Sie wurde auf Einladung des MWE auf der diesjährigen ITB Berlin im März erstmals öffentlich präsentiert und erntete länderübergreifend Lob und Anerkennung.
Brandenburgs innovativer Weg im Destinationsmanagement
 
 
#lustaufland
Alle wichtigen Teilstrategien, beispielsweise die Markenstrategie, die Qualitätsstrategie, die Content-Strategie der Tourismus Marketing Brandenburg GmbH (TMB) oder auch die Nachhaltigkeitsstrategie des Landes, laufen in der neuen Landestourismuskonzeption zusammen. Sie macht die Zusammenhänge zwischen diesen Teilstrategien sichtbar, bündelt dazu die bisherige Arbeiten und systematisiert sie.

Während frühere Konzepte vor allem konkrete Projekte benannten und in To-Do-Listen resultierten ist die neue Konzeption dynamisch und prozessorientiert. Sie gibt einen Rahmen vor, innerhalb diesem jeder Tourismusakteur – von der Landesebene über die Reiseregionen bis in den einzelnen Betrieb hinein – seinen individuellen Beitrag zur gemeinsamen Weiterentwicklung des Tourismus in Brandenburg ableiten kann. Dazu wurde die Konzeption in ihrem Kern so angelegt, dass sie über die Zeit regelmäßig an veränderte Rahmenbedingungen angepasst werden kann. Neue Ziele und Aufgaben können eingebunden werden und sich aus sich selbst heraus weiter entwickeln.

Die Landestourismuskonzeption betrachtet hierzu den Tourismus nicht als isolierte Branche. In den groß angelegten Beteiligungsprozess wurden die Verflechtungen des Tourismus in die weiteren Wirtschaft- und Lebensbereiche Brandenburgs mit einbezogen. So zeigt die LTK Effekte und Möglichkeiten, aber auch Grenzen auf, die der Tourismus zur Mitgestaltung einer hohen Lebensqualität in Brandenburg leisten kann.

2.000 Unternehmerinnen und Unternehmer, Bürgerinnen und Bürger, Vertreter der Organisationen, Institutionen und Politik haben sich in den umfangreichen Entwicklungsprozess eingebracht. In insgesamt 17 Werkstätten, Konferenzen und Abstimmungsrunden wurden Ideen und Ergebnisse diskutiert und neue Ansätze entwickelt. Immer mit einem gemeinsamen Ziel: den Tourismus in Brandenburg weiter voranzubringen! Durch eine Online-Beteiligung an der Diskussion unterstützen hunderte Beteiligte die konzeptionelle Arbeit des Clustermanagements Tourismus sowie die der Berater von Kohl & Partner, tourismusdesign und des Alpenforschungsinstituts auch außerhalb der Werkstätten. Und diese breite Beteiligung war wichtig. Denn letztlich arbeiten alle Tourismusakteure des Landes an der gleichen Sache. Die gemeinsame Mission ist die Antwort auf die Frage: Warum machen wir eigentlich Tourismus? Die Antwort wurde klar formuliert: „Gemeinsam stärken wir mit dem Tourismus das Land Brandenburg“.

Denn die Branche liefert einen wichtigen Beitrag zur Existenzgrundlage der Bevölkerung Brandenburgs. Der Tourismus trägt zur Attraktivität der ländlichen und städtischen Räume bei. Die touristische Wertschöpfung schafft und sichert Arbeitsplätze im Flächenland. Die im Tourismus geschaffene gemeinsame Identität fördert die Profilierung der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg im In- und Ausland. Mit dem Tourismus wirken die Akteure positiv auf das Image des Landes und nicht zuletzt trägt der Tourismus zur Sicherung und Weiterentwicklung des reichen Natur- und Kulturerbes Brandenburgs bei.

Um stark wirken zu können, braucht es allerdings eine gemeinsame Vision. Die Vision ist dabei kein Slogan, keine Marketingaussage; nichts, was in die Märkte hinein kommuniziert wird. Eine Vision ist vielmehr das höchste gemeinsame Ziel. Sie motiviert und spornt an und fokussiert das gemeinsame Handeln in eine Richtung. Die Vision für Brandenburg wurde in einem einzigen Satz konzentriert:
WIR MACHEN LUST AUF LAND … mit dem wasserreichsten Kulturraum Deutschlands.

Wir – denn nur gemeinsam erreichen wir unsere Ziele
machen – denn wir treiben die Entwicklung aktiv voran
Lust – denn in Brandenburg prägen Einheimische und Gäste ein positives Lebensgefühl
auf Land – denn das Land Brandenburg bietet Lebensqualität. Es bietet die Chancen zur Verwirklichung eigener Ideen. Es ist das Pendant und der Gegenpol zur Metropole Berlin und Land ist der gemeinsame Bezugspunkt für alle – Gäste und Einheimische.

Und was ist mit dem wasserreichsten Kulturraum Deutschlands? In dieser Kombination und Inszenierung der beiden Erlebnisräume Wasser und Kultur bietet Brandenburg absolute Spitzenleistungen. Hierin wird Brandenburg führend in Deutschland sein. Das ist der gemeinsame Anspruch.

Um dies zu erreichen, wurden im Prozess sechs zentrale Handlungsfelder identifiziert. Diese zeigen heute den größten Entwicklungsbedarf:





HF1: Menschen im Mittelpunkt – starke und innovative Unternehmen

In den Betrieben entscheidet sich letztlich der Erfolg des brandenburgischen Tourismus. Die Unternehmen zu stärken, ist deshalb die wichtigste Aufgabe.

HF2: Übersichtliche Organisationsstrukturen, Stärkung von Kooperationen und Partnerschaften

Zentrale Herausforderungen für Brandenburgs Tourismusstruktur sind: Synergien nutzen, Kräfte bündeln und eine transparente Zusammenarbeit gewährleisten.

HF3: Abgestimmte Digitalisierung und Kommunikation auf allen Ebenen
Durch die Digitalisierung wird eine, bisher in dieser Tiefe nicht umsetzbare, Personalisierung des Marketings und Entwicklung passgenauer Produkte erreicht.

HF4: Leistungsfähige Infrastruktur und vernetzte Mobilität
Begrenzte öffentliche Ressourcen auf der einen Seite und ein klares touristisches Markenbild Brandenburgs auf der anderen, erfordern die stärkere Fokussierung in der öffentlichen Infrastruktur auf jene, mit dem höchsten Nachfragepotenzial.

HF5: Umsetzung der Familienmarke Brandenburg in wertschöpfenden Produkten
Touristische Produkte sind mehr als die beliebige Kombination aus Unterkunft, Anreise und Aktivität. Gäste wollen Urlaubs- und Reiseerlebnisse auf der Suche nach Sehnsuchtsorten. Diesen Wünschen muss in wertschöpfenden touristischen Produkten entsprochen werden.

HF6: Fokussierung der Zielgruppen und Märkte

Marketing entfaltet seine ganze Wirkung erst dann, wenn die Produktqualität klar auf die Zielgruppen zugeschnitten ist.

Die Umsetzung der Landestourismuskonzeption hat allem voran ein Ziel: Jeder macht dabei mit! Die Konzeption soll in den Unternehmen Brandenburgs, den Organisationen, Kammern, Institutionen und letztlich in jedem einzelnen Mitarbeiter mit Leben gefüllt werden. Dazu braucht es eine Strategie – vielmehr braucht es ein Instrument – das von allen Beteiligten verwendet werden kann.

Deshalb haben die Experten von Kohl & Partner und tourismusdesign das Instrument der Tourismus Strategiekarte auf der Grundlage des Beteiligungsprozesses entwickelt. Sie zeigt auf einen Blick – der eigene Anspruch war „auf einer Seite“ – was jetzt angepackt werden muss und wie alles zusammenhängt.

Die Wirkungszusammenhänge des brandenburgischen Tourismus sind hierbei in vier grundsätzliche Perspektiven unterteilt, um eine möglichst ganzheitliche Entwicklung in den einzelnen Handlungsfeldern zu gewährleisten.

Alle Perspektiven beziehen sich immer aufbauend aufeinander. So müssen z.B. relevante Entwicklungsschritte angestoßen werden, um Prozesse und Innovationen effektiv gestalten zu können. Gute Prozesse und Innovationen sind wiederum nötig, um Gäste zu begeistern. Gästebegeisterung ist schließlich die Voraussetzung für eine höhere Wertschöpfung im Tourismus. Oder ganz einfach: motivierte Fachkräfte sind Voraussetzung für einen perfekten Service, der Gäste überzeugt, zu höheren Umsätzen führt, mehr Wertschöpfung generiert und damit auch Arbeitsplätze schafft und sichert.

Die sechs Handlungsfelder wurden so als Ergebnis des breiten Beteiligungsprozesses entlang der Perspektiven mit konkreten operativen Zielen „erstbefüllt“.
„Erstbefüllt“, da im stetig wandelnden touristischen Markt und Umfeld diese operativen Ziele regelmäßig auf ihre Gültigkeit hin überprüft werden müssen, neue Ziele hinzukommen und alte heraus fallen. Aus den operativen Zielen werden konkrete Schlüsselaufgaben abgeleitet, die in den Organisationen, Institutionen und Unternehmen mit Maßnahmen und Projekten zum Leben erweckt werden. So erfordert beispielsweise die Steigerung der Qualität und Quantität der touristischen Ausbildung als Schlüsselaufgabe die landesweite Bündelung der touristischen Aus- und Weiterbildungssysteme.

Damit liegt die erfolgreiche Umsetzung der Landestourismuskonzeption Brandenburg in der Hand aller Tourismusakteure des Landes. Mit der begleitenden Internetplattform tourismusnetzwerk-brandenburg.de wurde neben der Möglichkeit zum Download der Landestourismuskonzeption und der Tourismus Strategiekarte vor allem eine zukunftsweisende Beteiligungsmöglichkeit zur Umsetzung der Konzeption in den Regionen und Betrieben Brandenburgs geschaffen.
 
 
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