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9 Oktober
 
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Betriebsnachfolge – ein unterschätztes Branchenproblem!

Kohl & Partner ist überzeugt, dass sich die Branche zu wenig mit den anstehenden Unternehmensnachfolgen in den Betrieben
auseinandersetzt. Von unvermeidlichem Strukturwandel und Marktbereinigung sprechen unsere obersten Branchenvertreter. Und
noch erstaunlicher, dies wird grösstenteils von den Destinationen einfach so hingenommen.
 
Die Weltbank hat diesen Monat Länder wie zum Beispiel Bulgarien gewarnt, dass deren rückgängige demografische Entwicklung negative Auswirkungen auf deren zukünftige Gesamtwirtschaft hat. Zuwenig Nachwuchs und Abwanderungen ins Ausland machen es dem Land nicht einfach.
Niemand warnt den Schweizer Tourismus von der schleichenden Ausrottung der familiengeführten Hotellerie – ein wichtiges Rückgrat der Schweizerischen Tourismusbranche. Wir überlassen die familiengeführten Betriebe einfach deren Schicksal. Sollten wir nicht aktiv werden und wirtschaftspolitische Ansätze schaffen, die diesem Trend entgegensteuern?

Die schleichende Ausrottung der familiengeführter Hotellerie der Schweiz!
Im Gegenteil – der Incomingtourismus fokussierte sich in den letzten Jahren auf Angebote die vorwiegend die Städte, die mitfinanzierenden touristischen „Leuchttürme“ und den Detailhandel begünstigt haben. Mit den aktuellen Themen von Schweiz Tourismus wie Touring, Wasser etc. wurde hier Gegensteuer gegeben. Es fragt sich einfach, ob noch gut genug sind? Oftmals eben nicht! Was es auch für Schweiz Tourismus, unsere Vermarktungsgesellschaft, nicht einfach macht. Die Saisonshotellerie und deren Rückgrat, die familiengeführte Hotellerie, hat effektiv ein strukturelles Problem.

Das Nachfolgeproblem in der Schweiz
Verschiedene Untersuchungen und Befragungen (nachstehend basierend auf der Nachfolgestudie der Credit Suisse, 2013 und Befragungen von Kohl & Partner im Berner Oberland, 2012) geben Aufschluss über die Situation der Branche.
  • Die Tourismusbranche ist nicht überaltert! Im Vergleich zu anderen Branchen ist das Durchschnittsalter der Unternehmer tendenziell eher tief. Ausgebildeten, jüngeren Fachleuten wird sehr oft auch bereits in jungem Alter Vertrauen geschenkt.
  • Ein Fünftel der Befragten Hoteliers (Berner Oberland) ist über 60 Jahre alt. Zusammen mit den 56-60 jährigen, resultieren hier 30%. Hochgerechnet auf die Schweiz ergibt dies über 1600 Hoteliers und über 6000 Gastronomen, welche kurz- und mittelfristig vor der Pensionierung stehen.
  • Anzahlmässig nehmen die familiengeführten Tourismusbetriebe immer noch einen Spitzenplatz ein. Der Trend ist jedoch rückläufig, da die Anzahl Hotels mehrheitlich in Städten zunimmt und diese von anderen Managementorganisationen beherrscht wird.
  • Nachfolgeberatung wird meist vom bestehenden Steuerberater oder Anwalt des Betriebsübergebers wahrgenommen. Wer vertritt die Interessen des Übernehmers, insbesondere bei Lösungen innerhalb der Familie?
  • Die Umfrage von Kohl & Partner (Berner Oberland) zeigt auf, dass immerhin 37% der befragten Hoteliers sich eine Begleitung bei der Nachfolge vorstellen können.
  • Die Befragung im Berner Oberland ergab, dass bei Betriebsinhaber über 60 Jahren noch über 45% Befragten keine Nachfolgeregelung haben! Der hohe Anteil an unter 40-jährigen die bereits eine Nachfolge haben, deutet auf die hohen Erwartungen an deren Kinder hin.
Kohl & Partner Ansätze zur Veränderung / Verbesserung
Nehmen wir die Situation ernst genug? Warum streben wir nicht wieder ein Wachstum mit familiengeführten Betrieben an, welche deren Marktanteil am Tourismusmarkt Schweiz wieder zurückerobern? Wenn alle etwas dazu beitragen sind wir doch in der Lage!
Die Hoteliers-Familien. Unschuldig sind sie nicht. Die Innovation und Investitionskraft der Familienbetriebe war in den letzten Jahren ungenügend. Mangelnde Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit anderen touristischen Leistungsträgern, fehlende Anpassungsfähigkeit an die Veränderung der Kundenbedürfnisse und insbesondere das Vernachlässigen der rechtzeitigen Nachfolgeregelung werden noch mehr Betriebe vor beinahe unlösbare Probleme stellen. Ja, Ihr werdet Eurem Schicksal überlassen – aber Ihr müsst auch selbst was tun! Vielleicht helfen Euch unsere Lösungsansätze:
  • Frühzeitiger Beginn der Nachfolgeplanung. Schon oft geschrieben, und doch immer wieder vernachlässigt
  • Das Grundproblem einer gescheiteren oder nicht vollzogenen Betriebsübergabe ist oft fehlendes Know-how in den Bereichen; Strategie, Marketing, Finanzierung, Kalkulation sowie Motivation und Engagement bei der nachrückenden Unternehmergeneration. Ermöglichen Sie dieser eine gute Ausbildung!
  • Nachfolgeplanung braucht Begleitung / Coaching. Das Zusammenführen von Generationen, ob verwandt oder nicht, wird idealerweise von einer aussenstehenden Fachperson begleitet. Wählen Sie nicht unbedingt den Buchhalter/Steuerberater des Übergebers. Die Begleitung, hat mit Einbezug der bestehenden Vertrauensleuten (Buchhalter / Steuerberater), von einer neutralen Person zu erfolgen
  • Der Betrieb muss nicht unbedingt von Ihren Kindern übernommen werden. Tun Sie alles, damit Sie diese motivieren können, aber drängen Sie diese nicht zu einem Schritt der später von allen wieder bereut wird. Auch externe Fachpersonen mit den entsprechenden Fähigkeiten und dem Willen oder gute Angestellte sind Lösungsansätze.
  • Arbeiten Sie mit Ihrer Destination zusammen. Nur die Summe der positiven Erlebnisse in Ihrer Destination befriedigt den Gast zum Wiederkommen


Die Destinationen.
An erfolgreichen Betriebsnachfolgen – gekennzeichnet u.a. durch innovative und profilierte Erweiterungen im Beherbergungsbereich – hängt auch der zukünftige Erfolg der Destination ab. Entsprechend muss sich der Tourismusdirektor und auch die Destination darum kümmern. Kein Destinationsmasterplan kann ohne die Planung der Hotellerie auskommen. Auch für die Destinationen unsere Lösungsansätze:

  • Städte beauftragen Berater mit der Erstellung von Hotel-Masterplänen – warum machen die Destinationen nicht Masterpläne für die familiengeführten Betriebe? Die Aufnahme der Ist Situation (Anzahl Betriebe/Betten/Alter der Eigentümer/Kenntnis der Nachfolgeplanung etc.) geben ein wichtiges Bild für die Zukunft ab.
  • Integrieren der touristischen Infrastrukturbetriebe in diesen Prozess. Dies können Bahnen, Gastronomie, Ausflugsorte aber auch der Detailhandel sein. Alle diese Betriebe sind für das touristische Gesamtbild verantwortlich.
  • Unterstützung der Betriebe beim Nachfolgeprozess. Erklären Sie dieses Thema zum Destinationsthema!

Nutzen Sie die bereits bestehenden Förderungsinstrumente! Auch die Schweiz hat Instrumente die innovative und regionalwirtschaftliche Projekte fördert. Aber es braucht Innovationskraft und nicht jeder „Löli“ kann vom Bundesfass „zapfen“.

Die Politik. Darunter verstehen wir insbesondere die Gemeinden, die Branchenverbände
und die Wirtschaftsförderungen. Es wäre manchmal einfacher, bestehende Betriebe zu erhalten, als neue Betriebe anzulocken. Aktivitäten sind gefragt. Gemäss der Credit Suisse Studie 2013 ist die Tourismusbranche die Branche, welche mit den Rahmenbedingungen der Schweiz am wenigsten zufrieden ist. Liebe Politiker, erkennt bitte den Stellenwert des Tourismus für die Schweiz, denkt nicht mit dem Strom und lasst Euch nicht von der Zunahme
der Übernachtungen in den Schweizer Städten blenden. Hier unsere Ansätze:

  • Das Thema Betriebsnachfolge sollte auch auf den Agenden der Branchenverbände stehen. Die Sensibilisierung und Unterstützung der Betriebe sollte helfen, dass diese Aufgabe gesamtschweizerisch professioneller angegangen wird.
  • Steuern Sie mit Ihrer Ausbildungsabteilung und Ihrem Netzwerk einen Beitrag zur Sensibilisierung, entwickeln Sie auch Lösungsvarianten.
  • Unterstützen Sie die Betriebe beim Nachfolgeprozess. Erklären Sie dieses Thema zum Branchenthema und koordinieren Sie Ihre Aktivitäten mit der Destination.
  • Förderungen d.h. Bereitstellung von finanziellen Mitteln – Innotour Projekten etc.

Zur Klarheit möchten wir betonen, dass wir keinen Erhalt von unnötigen oder schlecht geführten Betrieben befürworten. Die Hilfe und Förderung sollten nur dann erfolgen, wenn auch die jeweilige Destination als Ganzes einen zukunftswürdigen Auftritt hat. Es geht in der Schweiz nicht nur um die Erhaltung von Betrieben, sondern auch um das Überleben von Destinationen.

Dienstleistungen im Bereich der Nachfolgeberatung von Kohl & Partner

Für diese schwierige Phase im Lebenszyklus eines Unternehmens hat Kohl & Partner ein eigenes und erfolgreich eingesetztes Modell entwickelt, dass die Interessen der Übergeber und Übernehmer berücksichtig und die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens gewährleistet. In Einzelgesprächen und gemeinsamen Klausuren wird der Übergabeprozess entwickelt und begleitet.

 

 
 
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