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13 März
 
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„Alte traditionsreiche Sorten genussvoll inszeniert“

Das geplante „Genuss- und Erlebniszentrum Alte Sorten“ im Freilichtmuseum in Beuren wird von vielen Partnern unterstützt und soll ein eigenes historisches Gebäude mit Schauküche, Ausstellung und Erlebnisraum bekommen.
„Alte traditionsreiche Sorten genussvoll inszeniert“
 
 
Wenn nicht in Beuren – wo dann?

Spätestens seit der CMT in Stuttgart 2017 ist allen klar: Regionalität ist „in“ – trotz Globalität. Darum verschreibt sich das Freilichtmuseum Beuren am Albtrauf den alten traditionellen Sorten der Region. Ziel des Freilichtmuseums und der Beteiligten ist es, mit dem Projekt die unverwechselbare Geschichte ausgewählter regionaler Produkte in authentischer Umgebung erlebbar zu machen, die Bedeutung der biologischen Vielfalt auf dem Acker und der Streuobstwiese zu vermitteln und die Besonderheiten der von Menschen geschaffenen Kulturlandschaft im Herzen Württembergs wieder ins Bewusstsein der Menschen zu rücken.

Das Freilichtmuseum Beuren bietet heute seinen Besuchern eine intensive, vor allem aber sehr praxisorientierte Auseinandersetzung mit der ländlichen Kultur und Geschichte seiner umgebenden württembergischen Landschaft. 23 translozierte Originalgebäude zeigen das Wohnen, Leben und Arbeiten vergangener Tage und entführen den Besucher in eine andere Zeit. Das elf Hektar große Museumsgelände ist von Gärten, Äckern und Streuobstwiesen umgeben und setzt schon heute viele thematische Akzente mit Ausstellungen, Führungen, Workshops und Seminaren zu Streuobst, Filderspitzkraut, Dickkopfweizen, Alblinsen oder alten Gemüsesorten. Schon immer beschäftigte man sich im Museum mit alten Sorten, der historischen Bewirtschaftung und Ernährung sowie mit der früheren Esskultur. Ideale Rahmenbedingungen, um Sortenvielfalt vorzustellen und in all seinen Facetten erlebbar zu machen.

Keine Ausstellung – sondern ein Genusszentrum mit hohem Erlebnisfaktor

Kohl & Partner Stuttgart erhielt im letzten Jahr die Zusage dafür ein Handlungskonzept für das Freilichtmuseum Beuren zu erstellen. Die Aufgabe war klar, das Museum möchte sich in ein Erlebniszentrum verwandeln. Schnell wurde deutlich, dass es nicht etwa eine Ausstellung über längst vergangene Zeiten werden sollte, sondern ein Genusszentrum zum Erhalt und Erleben alter Sorten - erlebnisorientiert, genussvoll und informativ. Wichtig war von Anfang an, den Wert und die Besonderheiten der alten Sorten zu vermitteln, den Erhalt über Forschung, Anbau, Verarbeitung und Anwendung alter traditionsreicher Sorten aufzuzeigen und eine neutrale Erstinformation sowie vertiefende Verbindungen zu Fachpartner, Experten und Verarbeiter im nahen Umland zu geben.

Haus der Sortenvielfalt als zentrales Erlebniselement

Wichtigstes Element soll eine neue zentrale Dauerpräsentation mit Verkostungsmöglichkeiten und Schauküche sein. Von der Dauerpräsentation sind – mit digitaler Unterstützung und Aufbereitung –Querbezüge zu vorhandenen Anbauflächen und Verarbeitungsangeboten, den Museumsgärten, dem Produktverkauf im Tante-Helene-Lädle und der Museumsgastronomie geplant. Im an die Dauerpräsentation angrenzenden Aktionsbereich könnten die Obst- und Gartenbauvereine, Brenner, Verarbeiter oder Anbauorganisationen ihre Produkte aus alten Sorten vorstellen und verkosten. In der Schauküche können Gastronomen aus der Region oder die Museumsgastronomie Besuchern und Gruppen die Verarbeitung alter Sorten in der Küche präsentieren.

Dabei ergeben sich vielfältige Vernetzungen zu den schon jetzt vorhandenen Erlebnisbereichen im Freilichtmuseum. Aber es eröffnen sich auch noch neue Netzwerkoptionen mit Einrichtungen außerhalb der Museumsstruktur wie Gastronomie, Verarbeitern, Vereinen und Hochschulen. Um diesem neuen Schwerpunkt auch eine räumliche Plattform einzuräumen, wird inzwischen mit Unterstützung des Fördervereins des Museums sowie dem Landkreis Esslingen an ein eigenständiges Gebäude gedacht.







Eine neue Erlebniswelt entsteht

Ausgehend vom Haus der Sortenvielfalt soll sich das Thema „Alte Sorten und Sortenvielfalt“ möglichst breit und erlebnisorientiert im und um das Freilichtmuseum wiederfinden. Die vorhandene Museumsgastronomie soll dabei auch eine tragende Rolle spielen. Sie kann durch eine entsprechende Erweiterung und Fokussierung auf die alten Sorten ihr Speisen- und Getränkeangebot erweitern. Über diesen erlebbaren Genuss können die Besucher des Freilichtmuseums – neben der Möglichkeit der Nutzung oder Teilnahme an Veranstaltungen mit der Schauküche – unmittelbare Geschmackserlebnisse mit alten Sorten wahrnehmen und daraus Anregungen ableiten.

Acker- und Anbauflächen, auf denen Anbau, Zucht und Ernte der alten Sorten erlebbar werden, oder die Museumsgärten, in denen Gemüse und Kräuter im Vordergrund stehen, werden die erlebnisorientierte Vermittlung des Themas weiter aufgreifen. So lassen sich die alten Getreidesorten wie Dickkopfweizen oder die Alblinsen auch in Feld und Flur und bei Saat und Ernte erleben.

Mit dem bestehenden Themenpfad und den mehr als 600 Streuobstbäumen wird die Sortenvielfalt beim Thema Streuobst sichtbar. In Zusammenarbeit mit der Gemeinde Beuren gibt es die Idee, ehemalige Anbauflächen neben dem Museum als „Urban-Gardening-Projekt“ zu nutzen und Besuchern eine Patenschaft zur Bewirtschaftung anzubieten.

Die bisherigen Veranstaltungen und Märkte im Freilichtmuseum Beuren werden sich noch weiter in Richtung alte Sorten orientieren. So gibt es in der Konzeption die Planung, den bisherigen Arche-Markt im Freilichtmuseum weiter auszubauen, den Frühlingsmarkt um die gärtnerische Vielfalt zu erweitern oder einen neuen Saatgutmarkt zu etablieren. Produkte aus alten Sorten, Saatgut, Rezeptbücher, Einkaufsführer „Alte Sorten“, die in gemeinsamer Arbeit mit den Partnern erstellt werden sollen, können dann im Eingangsbereich und im Tante-Helene-Lädle verkauft werden.

Über 25 Partner erklären Ihre Unterstützung und Beteiligung

Eine besondere Herausforderung im Projekt stellte die aktive Einbindung der über 25
interessierten Partner mit ihren individuellen Interessen dar. Das Spektrum reichte vom Freilichtmuseum über dessen Förderverein, Verarbeiter, Tourismusverbände, die Gemeinde, Obst- und Gartenbauvereine, verschiedene Landratsämter, die Landfrauen bis hin zu Slow Food, den Schutzgemeinschaften für alte Sorten oder Forschungseinrichtungen. Es ist auch der gekonnten fachlichen Moderation von Alexander Seiz von Kohl & Partner Stuttgart und Dieter Popp von FUTOUR Regionalberatung zu verdanken, dass sich alle Partner im Projekt wiederfinden und dieses nun tatkräftig unterstützen.

Es ist beachtlich, dass und in welchem Umfang diese Partner sich bereit erklärt haben, sich an der Umsetzung dieses neuen Ziels mit einzubringen. Dazu wurde eine „Kooperationsvereinbarung Biologische Vielfalt“ entwickelt, mit der sich diese Partner und die Museumsleitung gegenseitig und auf freiwilliger Grundlage bereit erklären, sich hierbei zu unterstützen. Dies reicht von finanzieller Unterstützung, Betreuung von Anbauprojekten, Bespielung der Aktionsbereiche und Erlebniselemente, Mitgestaltung der Ausstellung, Netzwerkarbeit, Marketingaktionen oder einfach auch mit eigener Muskelkraft auf dem Acker, in den Gärten oder bei Schauaktionen.












 
 
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